Wohin führt Sarrazins Moslemhetze?

Norbert Nelte - 02.09.10 - Rassismus

Thilo Sarrazin, Mitglied im Vorstand der Bundesbank, betreibt mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ und seinen Sprüchen eine gefährliche Spaltung die Lohnabhängigen und erreicht damit nur deren noch weitere Schwächung im Abwehrkampf gegen die Krisenfolgen.

Inhaltlich ist das Buch geradezu eine Volksverhetzung, verwechselt bewusst Ursache und Wirkung und vergleicht Äpfel mit Birnen.

Der Vorwurf, dass die Moslems mehr Sozialleistungen in Anspruch nehmen würden als die Deutschen, ist eine unverschämte Frechheit und Lüge. Er behauptet, dass 40% der Moslems von Transferleistungen leben würden. Erst sorgen die Anhänger von Sarrazin mit ihrem Rassismus und ihre Hetze dafür, dass die Mehrheit der moslemischen Jugendlichen keine Arbeit mehr finden, und dann wird sich darüber beschwert, dass sie Sozialleistungen nehmen. Sollen sie vielleicht nach Sarrazin hungern? Natürlich, über so eine kaltschnäuzige Unverfrorenheit wächst nur die Wut und bei uns in Köln-Mülheim haben schon seit 2 Monaten 15 Autos gebrannt und nach dem Buch werden es 99 oder es entwickelt sich endlich mal eine große massive Gegenbewegung.

Die Mülheimer SSM (Sozialistische Selbsthilfe Mühlheim e.V.) schreiben in ihrem Flugblatt:„Seit Jahren erreichen die Arbeitslosenzahlen auch bei jungen Menschen im Rechtsrheinischen schwindelerregende Höhen. Immer mehr fallen aus den sozialen Bezügen, haben keine Arbeit und keine Perspektive.“  Ob die Zahlen in Sarrazins Hetzpamphlet stimmen oder nicht, ist letztlich angesichts dieser Unverfrorenheit müßig, aber hier hat die Politikwissenschaftlerin Dr. Naika Foroutan bei Beckmann ganz andere Zahlen. Nach ihr leben 80% der Moslems vom eigenem Einkommen oder Lohn. Genauso sind die Zahlen zur Parallelgesellschaft an den Haaren herbeigezogen. Die Moslems, so behauptet Sarrazin, würden in ihrer Parallelgesellschaft verbleiben. Da verwechselt er doch auch Ursache und Wirkung. In den 60er und 70 Jahre sah man wenig Kopftücher aber es bestand eine ständige alltägliche Türkenhetze von „Kanakenwitze“ bis „Ausländer Raus“ Sprüche. Sie waren nicht willkommen, durften aber unseren Müll wegräumen.

In den 80ern zogen sie sich deshalb in ihre eigene Identität zurück, irgendeine braucht ja jeder Mensch, und wenn es nicht die deutsche sein darf, dann war es eben das Kopftuch. Eine Studentin, die nicht religiös war, zog nur aus Solidarität zu ihren Landsleuten das Kopftuch an, weil auch an ihrer Uni die „Türken-Witze“ Alltag waren. Respekt.

 Will man also mehr Integration, dann muss man erst mit dem Rassismus aufhören. Wo steht diese einfache Wahrheit bei Sarrazin, da wird doch Ursache und Wirkung verwechselt, aber der feine Bankvorstand will ja nur die niedrigsten Instinkte bei den Stammtischen bedienen, für diese sind seine Unlogik gerade richtig.
Moslem seien bildungsferner, meint Herr Sarrazin und vergleicht dabei Äpfel mit Birnen. Weil es in den Genen liegen würde, dass sie mehr Kinder kriegen würden, würde Deutschland dümmer werden. Aua.

Die Bundesregierung hat bewusst in den 60ern im hinteren anatolischen Land die Ungelernten mit wenig Schulbildung angeworben, weil deren Lohn niedriger war als der der Istanbuler Facharbeiter. Nun vergleicht Herr Sarrazin diese Ex-Landbevölkerung mit dem bundessdeutschen Schnitt und kommt zu dem Schluss, dass die Moslems für immer bildungsfern blieben, das läge halt in ihren Genen.

Aber auch die Fakten stimmen nicht. Frau Dr. Foroutan berichtet, dass bei den Türken 84% aller jungen Männer gute bis sehr gute Deutschkenntnisse haben. In den 60ern betrug der Abiturrntenanteil 3% und heute 19%, also eine Steigerung von 19%. Das ist gewaltig, von wegen Gene. Aber gut, das ist immer noch unter dem allgemeinen Durchschnitt.

Aber wie sieht dass dann bei den Iranern aus? Das sind doch auch Moslems, zumindestens sind alle Ex-Moslems. Die iranischen Asylflüchtlinge waren zu einem großen Anteil Studenten und Akademiker und die Kinder auch. Hier ist der Anteil der Abiturienten sicher weitaus höher als bei den deutschen Schülern. Da könnte ich nach der Logik des Herrn Sarazins behaupten, dass die Moslems eine höhere Bildung als die Deutschen und einen Abstand zur Religion haben und sogar auch schnell überwinden.

Thilo Sarrazin war schon immer ein wüster Provokateur. Als Berliner Landesminister nannte er die Hartz-IV-Empfänger Verschwender, weil sie sich nicht mit den Kalorien wie nach dem Krieg zufrieden geben würden, sondern den heute üblichen doppelten Standard bezahlt bekommen. Mit der Diffamierung der Schwachen in der Gesellschaft hat er immer seine Karriere in der Politik aufgebaut und will mit seinem Buch die nächste Stufe der Leiter erklimmen. Nur, in der SPD wird es ja nicht mehr sein können, wird das vielleicht mit Koch und Merz, bei denen ja auch schon von der Welt rechte wertkonservative Abspaltung prophezeit wurde. Entwickelt sich hier eine deutsche Geert Wilders Partei?

Als der Präsident Christian Wulff im Landtag von Sachsen eine Rede hielt, hielten die NPD-Abgeordneten Schilder hoch „Sarrazin hat recht“. 52% aller Deutschen meinen nach einer Umfrage, dass Deutschland zu viele Ausländer hätte. Braut sich hier ein gefährliches Gemisch zusammen? Der DGB und die SPD halten zu den Sozialkürzungen still. Wenn dann zu dieser Frage noch die soziale dazu käme, würde es in Deutschland schnell dunkel werden. Die Moslemhetzer der Nazis und die Antideutschen würden sich mit den Anhängern von Sarazin schnell anfreunden.

Deshalb gilt es, gegen den Verkauf dieses Buches entschieden Widerstand zu leisten. Eine politische Anklage wegen Volksverhetzung würde den Hetzer in Erklärungsnot bringen können. Jeder Buchladen, der aggressiv im Ladenfenster Werbung für das Buch macht, muss vor dem Laden eine Gegenpropaganda einer Agitprop-Truppe gestartet werden, bis das Hetzwerk aus dem Straßenbild verschwunden ist.

Wehret den Anfängen!

Stoppt die Moslemhetze!

Norbert Nelte

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