Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? 3a
Die Slavenhaltergesellschaften

Norber Nelte - 26.5.2016 - Philosophie

Die Frau war in den Naturgesellschaften das Familienoberhaupt. Wegen der schweren Ackerarbeit mit dem Pflug und der Privatisierung der Äcker ging die Tätigkeit des Familienoberhauptes auf dem Mann über. Gleichzeitig mit dem Patriarchat wurde der Adel eingeführt. Die Frau wurde zu einer Sache erklärt und der Mann wurde Richter über seine Frau und die Kinder. Damit wollte der Adel für alle Zeiten seine Herrschaft zementieren und das nie wieder die Frau das basisdemokratische Frauenrecht einführte. Dafür hat die Priesterschaft als Überbau des Adels sich Geschichtchen ausgedacht, die sich ganz tief ins Unterbewusstsein einprägen.

Das älteste Epos der Welt ist das Gilgamesch-Epos. Inzwischen meint man auch, die Grabkammer in Uruk am Euphrat von König Gilgamesch zu kennen. Er soll auch selber an der 9 km langen Stadtmauer von Uruk, der Hauptstadt des damaligen Mesopotamien im heutige Irak, mitgebaut haben.

Gilgamesch war zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch und er war der König von Uruk, ein sehr starker und grober König. Um ihn zu bändigen, schufen die Götter einen wilden Mann namens Enkidu und setzten ihn in die Steppe bei Uruk. Ein Jäger entdeckte ihn und berichtete dem König davon. Gilgamesch interessierte das und schickte eine Tempeldienerin, um Enkidu zu verführen und so in die Stadt zu locken, was ihr auch gelang. In der Stadt wurde er gewaschen und gekleidet. Gilgamesch und Enkidu trafen danach aufeinander und es kam zum Kampf, doch der Eine konnte den Anderen nicht besiegen, weil auch Enkidu von den Göttern so stark erschaffen worden war. Sie schlossen Freundschaft.“
(Anthrowiki)

Enkidu symbolisiert den Wilden des Jägervolkes, den Adam im Paradies aus der Bibel. König Gilgamesch (ca. 2652 vor unserer Zeitechnung - 2602 vor u. Z.), holzte zuerst mit seinem Freund Enkidu im Libanon das Zederholzholz für die Dächer von Uruk ab. Um das Holz abholzen zu können, mussten sie aber erst den Waldriesen Chumbaba töten. Nach dem Abenteuer verliebte sich die Liebesgöttin (und der Fruchtbarkeit) Ischtar in Gilgamesch und wollte mit ihm schlafen (Du musst, wenn Du in das Götterreich eintreten willst, vorher an ihr vorbei, deshalb das Ischtartor von Babylon - im Vorderasiatischen Museum in Berlin).

Gilgamesch aber lehnte das ab, da sie ja immer ihre Liebhaber verzauberte. Aus Wut darüber ließ sie seinen Freund Enkidu töten.

Also hier wird gleich zweimal die Frau  als Schuldige ausgemacht. Die Tempeltänzerin, die den Mann der Wildheit verführt, in die Zivilisation zu kommen und die Göttin der Liebe Ischtar, die ihn töten lässt.

Auch in einem viel jüngeren Epos, in der Bibel, steht die Geschichte noch deutlichrer. Die Priester vom Alten Testament, etwa 260 v. u. Z., ließen sich natürlich schon viel bessere psychologische Tricks ausdenken, um die Frau als Schuldige zu diffamieren, dass sie nie wieder ihr basisdemokratische Frauenrecht einführen kann.

Im Garten Eden (altarabisch: unbebautes Land/Wildnis) stand ein Apfelbaum. Die Frucht symbolisiert die Fruchtbarkeit oder schlecht, übel, der Baum die Erkenntnis von Gut und Böse. Der Gott verbot Adam und Eva, davon zu essen. Die Schlange (der Teufel) aber überredet Eva und diese den Adam, doch einen Apfel zu essen.

„Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel, dass Adam und Eva ihre Nacktheit erkennen, woraufhin sie sich Kleidung aus Feigenblättern anfertigen. Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: die Verletzung des Schamgefühls. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben. Eva muss fortan Kinder unter Schmerzen gebären, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt. Die klassischen Worte aus Gen 3,19 Eul:“ (Wikipedia)

Jetzt blieb die Frau die Sünderin. Dafür haben die Propagandisten der Reichen und der Macht solche unterzwingenden Geschichtchen erfunden und solche kolossalen Gemälde schaffen lassen, wie „der Sündenfall“ von Michelangelo.

Die Kirche richtet hauptsächlich gegen die gleichen Rechte für die Frauen. Trotzdem sind meistens die Frauen Sonntags in der Kirche, während die Männer in der Kneipe sitzen.

Das hat sich so tief in das Unterbewusstsein eingegraben, dass es heute noch viele Menschen prägt. Das fängt damit an, dass der Frauenfußball ohne nachvollziehbare Gründe nicht die gleiche Anerkennung findet wie beim Mann, die katholische Kirche immer noch theologischre Gründe rauskramt, um die Frau vom Priesteramt fernzuhalten.

Familienministerin Manuela Schwesig will noch 1916 das geplante Lohngleichstellungsgesetz für Frauen verabschieden. Obwohl das im Koalitionsverrag steht, entdeckt die Union jetzt zuviel Bürokratie. Das FDP-Politiker Michael Theurer sagt sogar: „Dass der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen hauptsächlich auf dem Erwerbsverhalten beruht, ficht Schwesig offenbar nicht an.“ Der Herr will also nicht das Erwerbsverhalten ändern und den Lohn angleichen, sondern alles beim Alten lassen, wie vor 2000 Jahren.
In Indien werden weibliche Babys sogar immer noch getötet, weil man damit kein Geld verdienen kann. Die Polizei verfolgt oft nicht die Vergewaltiger, sondern macht sogar dabei noch mit.

Das unreine Sklavereisystem

Das Patriarchat hat sich nach der neolitischen Revolution auf der ganzen Welt durchgesetzt. Hier herrschen im Gegensatz zum Frauenrecht die Männer über die Frauen bis zur Aufklärung, deshalb die Silbe „chat“ für Herrschaft. In Italien konnten die Männer sogar bis in die 1970 Jahre noch ihre Frauen töten und in der Schweiz hatten die Frauen bis dahin noch kein Wahlrecht.

In Mesopotamien und Ägypten gab es aber noch keine reine Sklavenhalterklasse mit vielen Sklavenhaltern. Lediglich die Könige bzw. Pharaonen haben wie auch bei den Inkas oder den Azteken viele Sklaven gehalten aber für die Arbeiten für das ganze Volk oder den Staats- besser Machterhalt.

Lediglich die Griechen ab 500 vor u. Z., die Karthager und die Römer hatten eine ganze Klasse von Sklavenhaltern, deshalb waren sie reine Sklavenhaltersysteme. Dennoch sind in der 1. Phase der unreinen Sklavengesellschaft wichtige Erfindungen gemacht worden, in der Oberstufe der Barbarei nach Engels, Henry Morgan und Marx.

Für den Krieg das Rad für die Kampfwagen und wegen des Misstrauens die Schrift. Die Schrift ist nicht entwickelt worden wegen der Epen, sondern für die Lieferscheine oder den Warenbegleitschein.

Wenn beispielsweise von der Kupferabbaustätte in Fesan, Jordanien, zum erstem Palast der Welt in Arslan Tepe in der Südtürkei, dem ersten organisierten Waffenbau, eine Eselkarawane geschickt wurde mit 400 kg Kupfer und 20 kg Blei, hat der Versender in eine Tonbulle für jede 10 kg Kupfer einen grauen Kiesel und für 10 kg Blei einen roten Feuerstein versiegelt, Am Ziel, konnte der Empfänger die Tonbulle aufbrechen und sehen, ob sie mit der gelieferten Ware übereinstimmt. Das ist für die Rechnungsschreibung wichtig.

In Arslan Tepe fand man einen Raum mit aufgebrochenen Tonbullen, sozusagen das Lieferschein Archiv. Die Bürokratie entstand auch mit der Klassenherrschaft.

Die Tonbulle wurde mit einem Rollsigel versiegelt. Darauf waren Menschen, Tiere und andere Symbole abgebildet. Das war die Proto Keilschrift, die älteste Schrift der Menschheit überhaupt. Daraus ist dann die Keilschrift für die ersten Kreditverträge entstanden. Auch noch eine wichtige Erfindung in der Oberstufe der Barbarei war die Töpferscheibe.

Aus der Zeit um 3000 vor – 2700 vor u. Z. stammt auch aus Mesopotamien der erste Eisendolch. Nun besaß man eine richtig harte Waffe für die Kriege. Aber die Massenverhüttung beginnt erst um 1300 vor und da auch erst mit dem Monopol der Hethiter, dem damaligen Volk in der Türkei. Ab 1000 vor ist das Eisen auch in Ägypten und Palästina bekannt.


Die Dynamik der Wirtschaft war nicht wie heute de Mehrwert in der Produktion. Es kam lediglich darauf an, über möglichst viele Bauern und Sklaven zu herrschen. Dieses System schreit förmlich mach Krieg. Krieg ist die einzige Wachstumsmöglichkeit für dieses System. Man kannte zwar so etwas wie Maschinen, aber Sklaven waren ja viel billiger als Maschinen.

Die Dampfmaschine hat man höchstens für Spielzeug benutzt. In Ägypten fand man einen Spieltempel, bei dem die Türen per Dampfkraft auf und zugingen. Mit dem Eisen aber kann sich jetzt jeder Bürger bewaffnen und die Sklaven auch fest anketten, so dass wir ab 800 vor u. Z. in das reine Sklavereisystem eintreten können.

Reines Sklavereisystem mit vielen Sklavenhaltern.

Während die unreine Sklavenhaltersystem noch von 5000 vor bis 500 vor etwa reichte, also 4500 Jahre lang, dauert die reine Sklavenhaltergesellschaft nur noch von 800 vor – 500 nach, also nur 1300 Jahre. Das kann im Wesentllichen damit begründet werden, dass Ägypten und Mesopotamien eigentlich nur selten und relativ kurz und wenig Sklaven hatte, wogegen Griechenland und Rom sich schnell ausdehnten und dafür viele Sklaven und Soldaten benötigte, was dann aber auch zu ihrem schnellen Ende geführt hatte.

Nach der mykenischen Palastzeit folgten die dunklen Jahrhunderte (1200 – 800 vor) und nun erfolgte von 800 – 500 vor die griechische Kolonisation in Form von Städtegründungen rund um das Mittelmeer. Von 500 bis 336 vor war die mächtige Entfaltung der griechischen Kultur, die ein Fundament für den Orient und den Okzident bildete. Der Orient ist in diesem Zusammenhang unbedingt zu erwähnen.

„Im islamischen Raum setzte die Wirkung der Werke des Aristoteles früh ein und war breiter und tiefer als in der Spätantike und im europäischen Früh- und Hochmittelalter. Der Aristotelismus dominierte qualitativ und quantitativ gegenüber der übrigen antiken Tradition. Schon im 9. Jahrhundert waren die meisten Werke des Aristoteles, häufig durch vorangehende Übersetzung ins Syrische vermittelt, in arabischer Sprache verfügbar, ebenso antike Kommentare.“ Wikippedia über Aristoteles.

Hier spricht Wikipedia über die Wirkung der Werke des Aristoteles im Islam, während es bei dem antiken Griechenland deren Kultur nur das Fundament für das Abendland erwähnt.

Aber wir haben beide, Morgen- wie Abendland, das klassische Griechenland zum Fundament. Deshalb gehört der Islam auch unbedingt zu Europa.

Europa ist im dunklen Mittelalter erst hinter Rom zurückgefallen. Die Pest gab ihm noch den Rest, so dass in manchen Dörfern die Dörfler das Sprechen verlernten. Europa konnte die Renaissance und die folgende Aufklärung nur so früh erreichen, weil es von der wissenschaftlichen Zusammenarbeit aller drei großen Religionen im Islamischen Al Andalus in der Wissenschaftsarbeit in den Klöstern und später auch den Universitäten mit den Büchern und den wissenschaftlichen Übermittlungen gewaltig profitiert hat.

Ein jüdischer Wissenschaftler aus dem maurischen el Andalus fand viele Werke von Aristoteles in der Universität von Kairo, arabische Übersetzungen aus Bagdad. Die katholische Kirche hat denAristoteles von den Moslems, den sie auch in ihrer Lehre einsetzt.

Griechenland hatte sich erst unter Alexander ab 333 vor mit der Issos Keilerei zu weit rasant ausgedehnt und sich auch gleich überdehnt. so dass  Rom es leicht einholen konnte und alle Eroberungen von Griechenland wie Ägypten und Byzanz und Griechenland selber übernehmen konnte.

Die Griechen sind außer dem Mazedonier Alexander dem Großen (auf den Mazedonier legen manche Athener Griechen wert) sonst mehr hervorgetreten durch große Denker, Philosophen, Bildhauer, Mathematiker, Physiker, Biologen, Historiker, Dramatiker, Architekten, eben Kopfarbeiter. Hier ist der Homo Sapiens schon mit gewaltiger abstrakter Arbeit hervorgetreten. Archimedes: (287 vor – 12 vor) „Störe meine Kreise nicht“. Auch, wenn ihm das angedichtet wurde, so passt das zu den Griechen seiner Zeit.

Sie haben rund ums Mittelmeer einige Städte gegründet und auch Bauwerke hinterlassen, darunter auch in Rom. Nicht lange
nach Alexander, 146 v.u.Z. war die hellenische Zeit schon beendet, inspirierte aber weiterhin das römische Imperium.

Nach der Einnahme von der griechischen Türkei, Levante und Ägyptens im Jahr 20 nach musste das Römische Reich https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich sich immer weiter ausdehnen. Für die Kontrolle dieser Gebiete hatte es immer mehr Soldaten benötigt. Damit diese auch bezahlt werden konnten, musste Rom immer weiter wachsen. Das Sklavenhaltersystem von Rom war praktisch schon ein Lawinensysem, ein Gesellschaftssystem mit eingebautem Niedergang.

Um mehr Soldaten zu bekommen, rekrutierten sie zum Schluss immer mehr Barbaren. Wie das einmal ausgegangen ist, kennen wir von Armin, dem Cherusker. Er wurde als Häuptlingssohn zum  römischen Soldat gezwungen. Als Offizier ist er unter dem Senator und Feldherrn Varus wieder zu den Cheruskern übergelaufen und hatte 9 nach u. Z. 3 Legionen, ein Achtel des römischen Heeres vernichtet. Der damalige Kaiser Tiberius hatte dann auch beschlossen, nie mehr über den Rhein zu gehen. Man kann also sagen, der deutsche Wald ist die Ursache dafür, dass ich mich in Latein so schwer getan habe.

Bevor es mit Rom erst richtig losging, hat Rom erst einmal seinen gefährlichsten Konkurrenten Karthago ausgeschaltet. 146 vor u. Z. haben die Römer mit dem Feldherrn Scipio die Stadt zerstört und 50.000 Überlebende von 500.000 in die Sklaverei verkauft

Die Karthager wollten sogar ihre Kriegsschuld aus dem 2. Punischen Krieg gleich bezahlen, aber Rom lehnte das ab.

„Nach erneuten Plünderungen Massinissas [Nachbarkönig] auf karthagischem Gebiet schlug Karthago zurück, ohne Rom vorher um die Erlaubnis zum Krieg gefragt zu haben. Diese Verletzung des Friedensvertrags von 201 v. Chr. sah Rom als casus belli (Kriegsgrund). Der römische Senat beschloss 150 v. Chr. die Zerschlagung des Karthagischen Reiches.“ (Wikipedia)

Dass es um die Ausschaltung der Konkurrenz ging, hatte Machiavelli um 1513 https://de.wikipedia.org/wiki/Niccol%C3%B2_Machiavelli so gesehen, und er hat Recht gehabt, denn die Karthager waren ja bereit, ihre Waffen abzugeben und wollten sogar 300 Adlige als Geiseln übergeben.
Aber die Römer legten nach und verlangten, dass die Karthager die Stadt verlassen sollten und sich 15 km vom Meeresufer entfernt wieder neu ansiedeln sollten. Das mussten die Karthager ablehnen und wurden dann niedergemacht und 50.000 überlebende Karthager in die Sklaverei verkauft.

Sie mussten das ablehnen, weil sie 15 km entfernt vom Meer gar nicht mehr ihre äußeren Gebiete Spanien, Sizilien, Sardinien und Korsika, hätten halten können und damit waren sie größer als Rom. Darum ging es den Römern, sie klein zu machen. Das hat Machiavelli richtig erkannt.

Genau das hat heute die USA bzw. der Berater von Obama Zbigniew Brzezinski https://de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski von Machiavelli gelernt und wenden es bei Russland an, indem sie Russland schon 26 Länder aus seinem ehemaligen Einflussgebiet abgenommen haben, davon 6 allein mit Kriegen. Wenn Russland in zwei Ländern das Schlimmste bei den Russen etwas korrigiert, ist Putin der schlimmste Teufel.

Kaum hatte das Römische Imperium seine größte Größe um 230 (jetzt immer nach) erreicht, ging es eigentlich schon wieder abwärts. Da sich nichts mehr ausweiten konnten, versagt jedes Lawinensystem. Die Barbaren fielen immer öfters im Imperium ein und die Soldaten und ihre Feldherren spalteten sich immer öfters ab. Die Reichsgrenzen wurden immer unsicherer.

Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts folgte, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) ausgesetzt sahen. Im Oaten fielen immer öfter die Perser und die Sassaniden ein.

Die Römer hatten die Uberdehnung auch selber bemerkt, und deshalb das Reich 395 schon selber zweigeteilt. In Palmyra trennte sich ein Königreich bis in die Türkei ab. Im heutigen BBritannien und Frankreich trennte sich ein Soldatenkaiser im
„Imprerium Galllicum“ ab. DasHeer musste immer öfters Feuerwehr spielen und dabei wurden die Soldaten immer unzufriedener. Der germanische Heermeister, Oberbefehlshaber Ricimer wütete blutig bei Generälen und Kaisern, die nicht taten, was er wollte. Auch im Inneren war die Verwaltung marode geworden.

Ab 400 überfielen die Hunnen mit ihrem Anführer Attila Rom, was bei den Goten und Franken einen Dominoeffekt auslöste. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 unter König Geiserich war ein schwerer Schlag für das römische Reich. Der Regierungssitz wurde von Mailand nach Ravenna verlegt.

„Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss von Germanen. 410 plünderten meuternde Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen, 472 schließlich die Krieger Ricimers“ Wikipedia

Schließlich setzte 476 der germanische Heermeister Odoaker den Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab und ernannte sich selbst zum König.

Er gab den fremden Soldaten das Land, das er ihnen versprochen hatte. Rom verdankte seinen Aufstieg der Zuwanderung. Somit konnte es seine Grenzen schützen. Als es nicht mehr wachsen konnte, wurden die Soldaten immer unzufriedener und daher die Grenzen unsicherer. Die Römer wollten aber keine Einwanderer mehr und deshalb zerfiel das Reich noch schneller.

Das Unvermögen der Römer, aus der Zuwanderung eine Quelle der Stärke zu machen, war eine der bedeutenden Ursache für den schnellen Niedergang des römischen Reiches.

Diese Lehre können wir aus Roms Untergang lernen und sollte der AfD als Beispiel dienen für ihre zerstörerische Politik.

Es folgte nach Odoaker auch nur als König, der Ostgote  Theoderich der Große in Ravenna
Unter dem oströmischen Kaiser Justinian konnte Westrom noch einmal zurückgewonnen werden, aber nach seinem Tod 562 fiel Südspanien an die Westgoten und Italien an die Langobarden. Das war das Ende des Antiken Imperiums.

„Der fränkische König Karl der Große war der erste nachrömische Kaiser Westeuropas, der sich gemäß der translatio imperii in der Folgeherrschaft der römischen Kaiser sah.“

Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte, die wir in unserer neuen Fortsetzung „Woher kommen wir, wohin gehen wir? 3b über den Feudalismus und den Kapitalismus sehen werden.

Auf alle Fälle geht es bei allen drei Klassensystemen Sklavenhaltertum, Feudalismus und Kapitalismus um Gesellschaftssysteme mit eingebautem Niedergang, das haben wir sehr schön bei den Römern verfolgen können. Im Sklavenhaltertum war die die Grenze genau wie im Kapitalismus, wo die Systeme außen nicht mehr wachsen konnten, wogegen bei dem Feudalismus die Grenze von dem inneren Wachstum gebildet wurde.

In der Basisdemokratie der Arbeiterräte aber wird die Arbeitergesellschaft überhaupt nicht von irgendeinem Wachstum abhängig sein. Da die Menschen aber nicht mehr gegen ihre Natur verkrüppelt werden, werden wir locker das Hundertfache von dem inneren im Kapitalismus erreichen.

Hier aber sahen wir zur Rechten wie zur Linken, einen Kaiser nach dem anderen niedersinken. Das war, wir wissen auch, dass das mit dem jetzigen Imperium geschieht, das traurige Sklavenhalterlied.

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

Wo kommen wir her – wo gehen wir hin? 1

Wo kommen wir her – wo gehen wir hin? 2
Der Homo Sapiens bis zu den Klassengesellschaften

Wo kommen wir her - wo gehen wir hin? 3.2. Der Feudalismus

Wo kommen wir her - wo gehen wir hin? 3.3. Vom Kapitalismus zur Räterepublik

Matrilineare Völker, Erbe der Jäger- und Sammlergesellschaft

 

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