Die chinesische Schuldenkrise und die fallenden Rohstoffpreise kündigen das nächste große Zittern im Herbst an.

Norbe5rt Nelte - 29.06.2015

Zwei Meldungen signalisieren für den Herbst schlimmere Verwerfungen als in der Griechenland-Krise: Erstens “Mit Krediten an Börsen spekuliert - China: 70 Prozent der Schuldner verweigern Schuldendienst“ (25.7.) und zum zweiten: “Anleger müssen vorsichtig sein: Rohstoff-Preise im freien Fall“ (25.7.)

Die 70% Schuldner in China sind nicht nur die Börsenspekulanten, sondern auch die ersten, die mit den Wohnungen spekuliert haben. Beide haben sich verzockt. Die chinesische Börsen-Fehlspekulation kommt von den massiven Überbewertungen der Firmen und dem Einbruch der Börse vor dem 9.7. in den vergangenen 3 Woche um 30% und vernichtete dabei einen Aktienwert von 3,5 Billionen Dollar. Die Aktien wurden auf Kredit gekauft, genau wie die Wohnungen und nun können 70% ihre Schulden nicht mehr zurückbezahlen.

Bei den Wohnungskrediten wurde die Wohnung als Pfand eingesetzt. Nun sind die Immobilienpreise wegen des Leerstandes von 80 Millionen Wohnungen in vielen Geisterstädten seit Juni 2014 schon um 12% gefallen und der Pfand verliert an Wert.
So hat das auch bei dem Lehman-Crash angefangen. Die Schuldner bedienten auch ihre Kredite nicht mehr. Nur waren das bei Lehman  die prekären Schuldner, die Geringverdiener und in China jetzt ist es der Mittelstand. Die Mittelstandler denken, dass sie cleverer sind und haben die Kredite über ihre Firma aufgenommen, bei der sie nur beschränkt haften, sollte es schief gehen. Von den 70% Schuldnern sind 9.400 natürliche und 46.500 juristische Personen.

Aber sie haben die Rechnung ohne ihren Staat gemacht. Die Diktatur hat einfach rückwirkend die Beschränkung der Haftung wieder aufgehoben. Obwohl einige Investoren und auch der Staat die Börse mit einem Konjunkturprogramm von 46,6 Milliarden Euro stützten, stürzte sie m Montag, den 27.7. richtig ab: “Minus acht Prozent - Börsen-Crash in China: Neue Rekord-Verluste“. Die Durchschschnittsrendite ist in China im Vergleich um 0,3% gefallen. Ein Investor wollte aus dem fallenden Kurs richtig Kasse machen. Die Regierung verbot Leerverkäufe. Alles half nichts, die Shanghaier Börse riss die Frankfurter Börse und die Wallstreet mit nach unten.

“Kurssturz geht weiter: Chinas Börsen eröffnen wieder tief im Minus“ 28.7.5. Die Shanghaier Börse hat jetzt in einem Monat 45% ihres Wertes verloren, gut 6 Billionen, das sind dann weit über 70.000 Schuldner, die nicht mehr ihre Schulden zurückzahlen können. Das wird ein Riesen-Banken-Sterben geben. Schlimmer als bei Lehman. Wegen der globalen  Verzahnung werden auch in den USA, Europa und anderes Asien Banken fallen.

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Wird es da im Oktober zu dem Supercrash kommen? Für Oktober haben ja schon mehre Analysten den großen Supercrash vorausgesehen.

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Und dazu kommen die Rohstoffpreise im freien Fall. Das betrifft die gesamte Produktionsindustrie. Weil die Profitrate schon weit unter den Finanzmarkt gefallen ist, schöpfen die großen Konzerne ihren Gewinn aus ihrem Aktienpaket. Das sind die Finanzmarktzocker und die Rohstoffaktien. Da nun die Weltwirtschaft in die Rezession gegangen ist, sinkt auch die Nachfrage nach Rohstoffen, und wenn die Nachfrage sinkt, sinkt auch der Preis und der Gewinn und die Profitrate in der gesamten Industrie.

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Die Probleme in Griechenland fangen dann erst richtig an. Die Steuereinnahmen werden geringer und die Schulden noch größer. Aber einen haben wir vergessen. Den Kaiser der Statistiklügen und der Lügenpropaganda: Top-Ökonom: Die USA sind der kranke Mann der Weltwirtschaft. Hier, den solltet ihr Euch noch rein ziehen. „Endzeitkatastrophe: Anomie im Makro- und Mikrokosmos“ (Link 14). Aber der übertreibt die Schwarzmalerei ein Wenig, denn er weiß nicht, das nach dem Crash bald die selbstverwalteten Betriebe kommen.

Dann werden die Betriebsbesetzungen wohl bald weiter gehen. Da die kapitalistischen Staaten alle sowieso nicht mehr lange machen und die Totengräber schon bereit stehen, kann man sich über die Groteske nur amüsieren. Kapitalismus in Reinform: Grauen und Komik, Zeltstädte und Geisterstädte.

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