2018 - Die deutsche Wirtschaft schrumpft, sie brummt nicht!

Norbert Nelte - 11.1.2018 - Ökonomie

Ernst Wolff stellt in seinem Artikel–„2018 – Die Welt am Tropf der Zentralbanken“ vom 2.1.2018 zurecht fest, dass „das globale Wirtschafts- und Finanzsystem seit 2008 klinisch tot ist“, Exitus. Womit er aber keineswegs recht hat, ist die Feststellung, dass uns „die Wirtschaftstheorien der Vergangenheit nicht mehr weiter helfen“ würden.

Mit der Wirtschaftstheoric von Karl Marx von 1890 und den Überlegungen von Rosa Luxemburg zur erweiterten Produktion konnten wir schon in dem Artikel vom 25.03.2009 feststellen, dass die Weltwirtschaft klinisch tot sei.

In dem Artikel „Wirtschaftszusammenbruch: Der „Point of no Return“ der Produktion wird gerade überschritten Keine weltweite Rückkehr mehr möglich zum Wirtschaftsboom" konnten wir die Tiefe des Crashs aufzeigen. Seit 2008 hat der Weltmarkt sich nicht mehr erholt. Und der Wirtschaftseinbruch ist erst im Mai 2009 bekannt gegebren.

 Marx und Engels schreiben schon 1848 genauestens dazu:

„Wodurch überwindet  die  Bourgeoisie  die  Krisen?  Einerseits  durch  die  erzwungene  Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ Marx und Engels im Kommunistischen Manifest

Also, hier wird von den beiden Vordenkern 1. Die Kriegsvorbereitungn, 2. Das Marktende und 3. der kommende totale Crash angekündigt, was höchstwahrscheinlich 2018/9 eintreten wird, vor 169 Jahren.
Wo stehen wir denn nun wirklich? fragt Ernst Wolff. Er geht zurecht davon aus, dass alle wirtschaftlichen Daten gefälscht sind. 2 Zahlen sind aber nicht gefälscht, and zwar die Schulden zum BIP; weil der Schäuble so gerne damit angibt, dass diese Zahl gesunken seien.

Die frohe Botschaft ist die, dass die Staatschulden von 95,5% zum BIP in 2010 auf 68,8% in 2017 zurückgegangen sind, ohne, dass der Bund auch nur einen Cent zurückzahlen brauchte. Die traurige Nachricht dabei ist nur die, dass dies dann nur durch die Inflation geht. Also 95,5 minus 68,8 = 26,7 in 7 Jahren sind 3,8% pro Jahr statt öffentlich ausgewiesen nur durchschnittlich von 1,3%.

Dass die offiziellen Inflationszahlen nicht stimmen können, sehen wir alleine schon an der ständigen Verringerung der Verpackungsinhalte.

Zum Zweiten, und das ist das Wesntliche,„schließt die Die Kernrate der Inflation die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor aus der Berechnung aus, (Nach Wikipedia unter Kerninflation). Also gerade die am stärksten steigenden Waren werden aus dem Warenkorb entfernt.

Prof. Brachinger errechnete schon im Stern nach dem wirklichen Verbraucherverhalten für 2008 eine Verbraucherinflation von 8,6% und die Geldmenge M3 stieg mit Ausnahme von 2010 fröhlich weiter.

Das heißt auch, dass man die BIP-Steigerung falsch ausgerechnet hat. Man rechnet die neue BIP mit den neuen aktuellen Preisen und zieht dann die Inflationsrate auf Hundert ab, um sie dann mit der alten vergleichen zu können, um die BIP Veränderung zu berechnen.

Jahr

Bruttoinlandsprodukt
zu jeweiligen Preisen

Minus
Inflation

Preisstei-
gerung

Wirkliche
Preissteig.

Reales BIP
Wachstum

 

 

 

 

 

 

2017

 

 

1,8

4,6

 

2016

3.144,05

3005,78

0,5

4.6

-1,2%

2015

3.043,65

2909,80

0,3

4,6

-1;0%

2014

2.932,47

2803,57

0,9

4,6

-0,8%

2013

2.826,24

2701,95

1,5

4,6

-1,8%

2012

2.758,26

2653,44

2,0

3,95

-1,9%

2011

2.703,12

2833,46

2,3

(-0,46)

 

2010

2.580,06

 

 

26,7

 

Wir sehen, auch in Deutschland schlurfen wir langsam immer mehr in den Wirtschaftssumpf der Rezession. Wir passen auch total in das Schema der Rezession der ganzen Welt. Diese Weltrezession hat das MIT Forschungsinstitut der Harvard Universität schon 1972 prophezeit, der Universität mit den meisten Nobelpreisträgern. Sie kennen auch Karl Marx.

Sie prophezeien, dass  bis 2100 die Industrieproduktion auf Null gefallen ist. Da wird es vorher aber eine Revolution geben, die Vorbedingungen sind schon abgeschlossen. Es gibt bereits in 16 Staaten selbstverwaltete Betriebe, zum größten Teil legal. Das sieht Marx als den 1. Schritt zum Sozialismus.
Und der Marxismus kann auch die Antwort geben, warum das ganze System in diesem Schlamassel steckt. Nicht etwa, weil die Kapitalisten etwas Böses wollen, nein. Im Kapitalismus war die Aufgabe der Produktion nicht die Befriedigung der Bevölkerung mit Waren, sondern die Verzinsung des Kapitals, die Akkumulation.

Diese Profitproduzierung im Produzierenden Bereich geht mit der Robotisierung gegen Null. Die Arbeiter, die einzige Quelle des Mehrwerts, landen auf der Straße und Roboter kaufen Nix.

Die Produktion von Mehrwert hat zum großen Teil heute das fiktive Kapital übernommen. Bei der Beschreibung des fiktiven Kapitals wollen wir noch einmal Karl Marx bemühen:
Siehe Karl Marx: Has Kapital: Fünfundzwanzigstes Kapitel. Kredit und fiktives Kapital und 29. Kapitel: Bestandteile des Bankkapitals. S. 487

„Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag). Wobei nicht vergessen werden muss, dass der Geldwert des Kapitals, den diese Papiere in den Panzerschränken des Bankiers vorstellen, selbst soweit sie Anweisungen auf sichre Erträge (wie bei den Staatspapieren) oder soweit sie Eigentumstitel auf wirkliches Kapital (wie bei den Aktien), durchaus fiktiv ist und von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie wenigstens teilweise vorstellen, abweichend reguliert wird; oder wo sie bloße Forderung auf Erträge vorstellen und kein Kapital, die Forderungen auf denselben Ertrag in beständig wechselndem fiktivem Geldkapital sich ausdrücken.“

Und Marx hat auch schon das Ende der ganzen Schummelaktion mit Staats-, Konzern- und Bankanleihen zum Nulltarif und Shareholders angekündigt“

„Diese Transaktionen mögen sich noch so sehr vervielfältigen, das Kapital der Staatsschuld bleibt ein rein fiktives, und von dem Moment an, wo die Schuldscheine unverkaufbar würden, fiele der Schein dieses Kapitals weg.“ S. 483, Karl Marx, 3 Band Kapital, 28. Kapitel

Und dieser Schreckpunkt für die Wallstreet wird 2008/9 erreicht werden. Die Zinsen der 5jähritgen US-Staatsanleihen liegen nur noch 0,3 Punkte über den 2jährigen, und wenn sie bei Null liegen, dann glauben die amerikanischen Anleger gar nichts mehr und „der Schein dieses Kapitals fiele weg“ (Siéhe „Die Kurve des Grauens“). Da ist doch punktgenau, und das 1883.

Ganz im Ernt, Ernst, meinst Du immer noch  „Die Wirtschaftstheorien der Vergangenheit helfen nicht mehr weiter“.

Eines stimmt ja, alle scheinbaren Epigonen von Karl Marx verstehen nichts mehr von seiner Ökonomie und diese Ignoranz hat Dich sicher abgeschreckt. Nur 2 Marxisten sind zu empfehlen: Norbert Nelte: „Das Kapital einfach gemacht“ und Norbert Trenkle – „Die große Entwertung. Über die fundamentalen Ursachen der Wirtschaftskrise, wobei er wiederum leider nichts sagt über die eigentliche Ursache, dem tendenziellen Fall der Profitrate, die heute im Durchschnitt unter dem Finanzmarktzins steht. Deshalb ist das fiktive Kapital so gefragt. Wir beide sind wahrscheinlich die einzigsten Revolutionäre in Deutschland, die auch bürgerliche Ökonomie studiert haben.

Der Crash in 2018/9 wird den Crash von 2008 mehr als 10fach übertrumpfen, weil nichts gelöst wurde, 10mal mehr Blasen aufgebaut und gehebelt wurden, die Aktien bis zum „Geht nicht mehr“ in die Höhe getrieben wurden und die Schulden noch viel höher gestiegen sind. Nach der 2008-Krise waren es nur einige Länder, die mit Statistiklügen vorgaukeln konnten, al ob es wieder aufwärts ginge. Dieses Mal aber wird kein Staat den Menschen so einen ulkigen Quatsch vorgaukeln können. Der Lebensstandard wird in Deutschland nach der Deagel-Liste um 50% fallen und die der USA inter den Lebensstandard von Angola.'

Dabei wird es jedem klar, dass dann bei diesem Crash viel mehr Kapitalisten ihre pleite gegangenen Betriebe wie 2001 in Argentinien alleine lassen werden, weltweit, und die Kollegen zu Betriebsbesetzungen zwingen, und zwar auch 10fach oder 100fach? Dann werden sie ziemlich schnell ein Gesetz durchsetzen, welches heute schon in allen Betrieben gilt:

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, für Frau und Mann, international, ohne Profit. Somit werden wir auch die Ungleichgewichte in der globalisieren Welt für immer abbauen können.

 

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