Chinas Börse ist diese Woche wieder um 10% eingebrochen, 23 Börsen folgten, Schüttelfrost im Anmarsch

Norbert Nelte - 21.08.2015 - Ökonomie

Das sind China, Malaysia, Brasilien, Ägypten, Indonesien, Südkorea, Türkei, Chile, Kolumbien, Peru, Bulgarien, Griechenland, Polen, Serbien, Slowenien, Ukraine, Ghana, Kenia, Marokko, Nigeria, Singapur, Taiwan, Thailand. “Natürlich ist das nur der Anfang. Der Westen wird diesen Schmerz sehr bald zu fühlen bekommen”, schreibt der Finanzanalytiker von Zero Hedge.

Aber auch im Westen hat es schon leicht angefangen. „Niedrigster Stand seit Januar: Dax fällt unter 10.450 Punkte“ sieht der Spiegel. Das sind schon 12% unter Höchststand. Und auch der Dow Jones steht schon 4,12% unter Höchststand im Mai.

Die Aktienkurse von China waren schon weit übertrieben, weil der Riesen Mittelstand dort mitgewettet hat. Nun kamen die ersten Nachrichten über die Schrumpfung der Wirtschaft und alles floh aus der Börse, der Mittelstand hatte die Aktien nur auf Kredit gekauft. Der Staat meldete zwar nur eine Schrumpfung des Wachstums von 12% in 2008 auf 7,0% in 2015. aber von den unabgängigen Analytikern wird das reale Wachstum in China nur noch auf 3,5% geschätzt.

Das führte zum totalen Zusammenbruch der Börse trotz verzweifelter staatlicher Hilfen von inzwischen weit über 100 Milliarden Dollar. Wir sehen, wenn die USA niest, bekam die Welt eine Grippe, hieß es früher, heute lernen wir, wenn China niest, bekommt die Welt einen Schüttelfrost. Rosa Luxemburgs Worte von den „Todeszuckungen des Kapitalismus“ bewahrheiten sich immer mehr.

Der Weltmarkt ist gesättigt. Das Zentrum der Wirtschaft hat sich schon längst von den alten Metropolen zu der alten Peripherie hinbewegt. China, Indien, Brasilien und Russland erwirtschaften schon 56% der  Weltwirtschaft, stellen 85% der Weltbevölkerung und verfügen über 75% der Weltdevisenreserven (Hellmeyer). Heute ist China das Zentrum und wir sind die Peripherie. Die USA und London führen nur noch im Finanz- und dem Kriegswesen und Deutschland mit seinen Ingenieuren.

Nun wird ein Zipperlein Chinas die Welt zum Röcheln bringen. „Auch China-Krise spürbar: Russland-Sanktionen belasten den Hamburger Hafen“ meldet die DWN am 17.8.15, 7,0% Umsatzrückgang. „Die Mär vom US-​Aufschwung – Tatsächliche Arbeitslosenquote bei 23 Prozent und 47 Millionen US-​Amerikaner leben von Essensmarken“ sieht Paul Craig Roberts.
Ich habe gedacht, dass im Oktober der große Einbruch kommen wird. RTdeutsch fragt aber: „Kommt im September der Super-Crash? Wachsende Zahl von Prognosen sagt Finanz-Apokalypse voraus

RTdeutsch zitiert dabei Gerald Celente mit den Worten: „Wir werden einen globalen Crash der Aktienmärkte sehen. Es wird eine Panik auf den Straßen geben, von der Wall Street bis Shanghai, von Großbritannien bis runter nach Brasilien. Wir werden sehen, wie ein Markt nach dem anderen beginnt zu kollabieren.“ Es wird noch dramatischer werden, wie ich das bisher schrieb.

Larry Edelson beschreibt de Höllenritt noch plastischer: „Am 7. Oktober 2015, wird der erste ökonomische Super-Kreislauf seit 1929 eine globale finanzielle Krise epischen Ausmaßes auslösen. Diese wird Europa, Japan und die Vereinigten Staaten in die Knie zwingen und für die nächsten fünf Jahre rund eine Milliarde Menschen auf eine Achterbahnfahrt durch die Hölle schicken. Ein Höllenritt, wie ihn keine Generation zuvor je erlebt hat. Ich bin 100 Prozent überzeugt davon, das dies in den nächsten Monaten geschehen wird.“

Die Linken, die bisher noch Illusionen in den Wiederaufschwung des Kapitalismus hatten, sollten ihn für immer begraben. Aber ich frage auch Larry Edelson, warum nur „Europa, Japan und die Vereinigten Staaten“, warum nur „die nächsten fünf Jahre“ und warum nur „rund eine Milliarde Menschen“?

Es ist schon recht seltsam. Alle bürgerlichen unabhängigen Marktanalytiker, die jetzt den kommenden dramatischen Weltmarkteinbruch sehen ob Mr. Dax Dirk Müller, Gerald Celente, Paul Craig Roberts oder die Crashpropheten Marc Friedrich und Matthias Weik, und das werden schon gut über Hundert sein, sagen unisono, alle, dass nach einer gewissen Zeit nach dem Zusammenbruch alles wieder von vorne losgeht, und zwar die alte Scheiße.

Jeder nimmt da eine Individuelle Ursache an. Aber Herrschaften, die durchschnittliche Profitrate in der Prod Paul Craig Roberts uktion steht schon unter Null, die Kapitalzusammensetzung hat ihren Höhepunkt erreicht, die Grenzen des Marktes sind erreicht und die durchschnittliche Zehnjahresrate des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts liegt inzwischen bei Null, 0, Zero, nichts, nothing. Kapitalismus ist fertig, das Ablaufdatum überschritten. Wollt ihr noch eine Zweiterde anbauen oder wie soll das gehen?

So sind auch die Wissenschaftler des MIT Forschungsinstitut der Harvard-Universität die einzigen bürgerlichen Marktbeobachter, die die Industrieproduktion ab 2015 jedes Jahr um 3% schrumpfen sehen bis sie um 2100 bei Null angekommen ist, die Welt sich in lauter Agrarländer verwandelt hat.

2009 war der Point of no Return der Investitionen schon erreicht. Die Investitionen fielen weltweit schon schneller als die Löhne. Der Produktionsüberschuss spielte sich diesmal im Produktionsmittelsektor ab, nicht mehr wie normal im Konsumsektor. Den Überschuss vom Produktionsmittelsektor  aber kann man nicht mehr wie bisher auf den anderen Sektor übertragen. Die Weltwirtschaft fährt dann wie gegen die Wand.

Das würde sich im Kapitalismus erst dann wieder ändern, wenn die Investoren wieder Zutrauen in den Wirtschaftsaufschwung fassen würden. Dies ist aber nur in einigen lokalen Märkten passiert, nicht auf der ganzen Welt.

Und auch damit scheint es wider Schluss zu sein. „Minus 30 Prozent Deutsche Maschinenbauer melden schwere Verluste in Russland“ „Schlecht: Bau und Investitions-Güter - Deutsche Industrie-Produktion bricht im Juni ein“, - 2,6% bei den Investitionsgüter melden die DWN. Und auch diese Zahl wurde geschönt, indem jetzt die Militärneuausrüstungen zu den Investitionen dazu gezählt werden.

„Sogar der Spiegel sieht die Krise zurück: “Weltwirtschaft in der Krise: Investoren ziehen eine Billion Dollar aus Schwellenländern ab“ Nur damit verschlimmern die Investoren die Börsencrashs noch in den Schwellenländern. Umso besser, denn umso eher schaffen sie den großen Börsen- und Bankenzusammenbruch noch im September. Das kann nur der revolutionären FIT bei ihrer Präsidentenwahl in Argentinien helfen im Oktober nur helfen und der Selbstverwaltungsbewegung „Betriebe ohne Boss“ einen gehörigen Schub für ihre Ausweitung versetzen.

Umso intensiver könnte die Selbstverwaltungsbewegung hier auf Europa abstrahlen und wir könnten dann wieder statt über die ekelhaften Kriege, Krisen und Machenschaften des Geldadels mehr über siegreiche selbstbewusste KollegInnen berichten.

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