Die Deindustriealisierungsphase in Deutschland hat schon begonnen und keiner merkt es. BIP -3%.

Civilisation Peak überschritten (Nach MIT Forschungsinstitut, Cambridge).

Norbert Nelte - 13.06.2014 - Ökonomie


 


Die Regierung hat für 2015 ein ganz tolles Wachstum von 2% angekündigt. Währenddessen in den Städten die Bettler und Flaschensammler auch wachsen. Die Realisten ziehen von der 2% die 2,4% wieder ab, die durchs die Erfassung illegaler Aktivitäten im Bruttoinlandsprodukt sowie der Prostitution jetzt dazu mit enthalten sind.

Das Wiener Wirtschaftsblatt stellt empört fest: „Das BIP, eine Farce: Sex und Drogen helfen Europas Wachstum auf die Beine“ „Europa bekommt einen neuen Wachstumsmotor“ titelt die Welt, „Anschaffen und Koksen steigern das Bruttoinlandprodukt“ die NZZ.

Absurd. Während die Kapazitäten bei dem konstruktiven Teil, der Produktion immer mehr abgebaut werden, nehmen sie bei dem destruktiven Teil vehement zu, dem Waren-Sex, Drugs, der Schwarzarbeit und dem Zigarettenschmuggel.

Natürlich  kann man auch die illegalen Aktivitäten beim BIP dazurechnen, nur das ist dann keine Steigerung beim BIP, sondern wurde jetzt nur zusätzlich ins BIP rein genommen, Drogen gab es auch vorher.

Die, die gerne in einer Traumwelt leben, bleiben natürlich bei den tollen 2% und bewundern die Schlaglöcher in ihrer Straße und freuen sich, dass endlich das Hallenbad geschlossen wurde. Dafür gibt es auch weniger Arbeitslose in der Statistik, denkt unser Langschläfer während der Sachliche die vielen ausgeschlossen Arbeitslosen sieht, die aus Bedarfsgemeinschaften, die 1 Euro-Jobber, die Maßnahmeteilnehmer, die 58jährigen und Praktikanten.

In Oberhausen schließen immer mehr Läden, während der Sozialistenhasser sich lieber die 143. Folge seines Lieblingsrührschinkens anschaut.

Wir müssen noch von der -0,4% BIP-Schrumpfung den BIP-Wachstumsanteil, der durch die Inflationstricks entstanden ist, wieder abziehen. Ich erklär es am besten noch mal.

Es handelt sich hier nicht um das BIP, sondern um die BIP Steigerungsgrad. Um zwei BIPs vergleichen zu können, müssen sie mit gleichen Preisen bewertet sein. Wenn ich nun bei dem, des letzten Jahres 2013 das Wachstum zu 2012 feststellen will, muss ich vo4rher aus dem BIP 2013 die Inflation von 2013 wieder herausrechen. Nun kann ich es mit dem BIP 2012 vergleichen.

Es gab 2013 ein nominales BIP von  2.737,60 Euro und eine Inflation von 1,5%. Rechne ich die Inflation wieder raus, bekomme ich für 2013 ein reales BIP von 2,697,14 Euro. Verglichen mit dem BIP vom 2012 = 2.666,40 Euro macht das eine Wachstum von 1,14% Nun haben wir das Wachstum mit Deflator gerechnet.

Auf der Webseite vom Statistischen Bundesamt steht 0,4% Wachstum, aber diese Differenz kommt daher, weil das StaBua mit Vorab-Zahlen rechnet.*

Nun weiß man, dass die Inflationszahl von 1,5% viel zu niedrig ist, da “Im Statistischen Warenkorb jedenfalls per Ende 2013 Nahrungsmittel mit 10,3 Prozent und Stromkosten mit 2,6 Prozent gewichtet sind“Prof. Brachinger ging schon 2008 von einer Verbraucherinflation 8,6% aus. Die Verbraucherinflation ist um 2-3% höher als die durchschnittliche Inflation, also sagen wir gesamte Inflation betrug 5-6%.

Gehen wir nun von einer Inflation von 5% statt 1,5% aus, so müsste die obige Rechnung lauten: 2013 nominal =  2.737,60 Euro und real = 2.607,24 Euro. Das wäre dann statt einem Wachstum von 1,14% ein Rückgang von 1,42%, also 2,56% weniger als die offizielle Zahl.
Wir sind also sogar schon in einer Stagnationsphase und trotzdem geht es noch weiter abwärts, was die Elite nicht zugeben mag, da wir sonst eine Revolution hätten, also wird noch einmal der Sex und Drugs von 2,4% aufs BIP oben raufgepackt. Es muss schon ziemlich schlecht stehen mit der ganzen Welt, dass sie diesmal sogar so schummeln, dass alle Medien das mitgekriegt haben, aber immer noch nicht die Massen. Die zucken mit den Schulten und denken, Sex und Drug, ja warum nicht und realisieren nicht, dass dieses auch eine Schrumpfung bedeutet.

Um das BIP vergleichen zu können, muss man also 2,56 + 2,4% und noch einen kleinen Teil für die Hedonik, zusammen 5% abziehen. Wenn die Regierung 2015 von 2% Wachstum spricht, dann ist das in Wirklichkeit ein 3%tiger Rückgang. Diese 3% Schrumpfung stimmen überein mit der Schrumpfung auf der Grafik des MIT-Zukunftsforschungszentrums der Cambridge-Universität. Hier fällt die Industrieproduktion in 15 Jahren um 50%, das sind pro Jahr 3%. Wir befanden uns 2013 mit dem Rückgang von 1,42% + Hedonik auf dem 1. Punkt nach dem Höhepunkt der roten Linie, bevor es mit -3% sehr schnell in den Keller geht.

Das MIT- Zukunftsforschungszentrum hatte schon 1972 eine Studie vorgelegt und dort mit ihren Trend Prophezeiungen nur knapp daneben gelegen, wie man aus der Grafik entnehmen kann. Das MIT ist also zu recht das führende Zukunftsforschungszentrum de Welt.

Unsere Analyse vom Point of no Return in der Produktion deckt sich zufällig genau auch mit diesem Trend. Wir sahen die Profitrate in der Produktion bereits unterhalb des Finanzmarktzinssatzes, so dass eine kapitalistische Produktion auf erweiterter Stufenleiter mit der Reproduktion sich schon nicht mehr lohnt. Die Kapitalzusammensetzung hat ihren Höhepunkt erreicht und die internationalen Märkte sind so verstopft, dass ihnen die Waren zu den Ohren wieder rauskommen.

In normalen Zeiten fiel der Überschuss immer im Konsumsektor an und man konnte ihn einfach immer in den Produktionsmittelsektor übertragen. Dann aber, wenn der Produktionsmittelsektor weltweit schneller fällt als der Konsumsektor, fällt der Überschuss im Produktionsmittelsektor an, und diesen kann man nicht mehr übertragen werden. Was soll auch die Frau Meyer in der Küche mit einer Stanzmaschine. Das war im Frühjahr 2009. Also fährt die Weltwirtschaft etwas zeitverzögert wie gegen die Wand.

Wir sind schon längst in der Abwärtsphase der industriellen Produktion. Die Produktion bringt kein Gewinn mehr, außerdem geben die Banken immer seltener Kredite für den Mitfelstand.
Ein Drittel aller Autos stehen auf der Wiese, Mercedes verkauft nur noch die Hälfte aller Autos per Leasing, die Hapag-Lloyd Schiffe sind nur zu 20% ausgelastet, dem Maschinenbau  geht es schlecht, der Roboterindustrie, den Stahlkonzernen, die Druckmaschinenindustrie und, und, und. Auch Schwache Nachfrage in China: Eisen- und Stahlpreis auf Rekordtief

Immer mehr Firmen gehen pleite „Die Signale für die Konjunktur sind gut - sie kommen aber noch nicht bei den Unternehmen an.“ Schreibt die Wirtschaftswoche. Merken die selber nicht mehr ihre Widersprüche oder sind sie auf die eigene Propaganda reingefallen?

Wir sind schon in der Abwärtsphase der Industrieproduktion. Überlehen werden nur die selbstverwalteten Betriebe ohne Boss. In einer Werft von denen in Argentinien überlebten die Kollegen das erste Jahr ohne Lohn. Sie können ohne Gewinne überleben und brauchen im Kapitalismus neben ihren Lohn und den Kosten nur die Bankzinsen, keine fetten Vorstandsgehälter und keine Geizbonis.

Hoch die internationale Solidarität!

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