Pulverfass Syrien

Norbert Nelte - 09.10.12 - Krieg

Viele Autoren machen sich ernsthafte Gedanken über die Interessenlage in dem Chaos von Syrien, wie kann das einfache Volk dort wieder Frieden finden. Alle Großmächte aber wollen nur wegen der Macht brutal ihre Interessen durchsetzen, koste es, was es wolle.

Die syrische Gesellschaft selber wird schon zwischen unzähligen Interessenlagen zerrissen, den Sunniten und Schiiten, den Christen, Aleviten und religiösen Fanatikern, den Kurden, den Drusen, den Baath Militärs und den reichen Kaufleuten.

Da kommen noch die ausländischen Mächte dazu und jeder will sein Süppchen kochen, die Russen, die Amerikaner, die Israelis, die Iraner, die Saudis, die Franzosen, die Engländer als alte Kolonialmacht, die Deutschen, die Türken und, und, und. Letztlich könnte man den ganzen Knäuel von Interessenlagen gar nicht entflechten, auch bei noch so gutem Willen.

Als die Katholiken und Protestanten gegeneinander kämpften, also nur zwei Religionen und einige Staaten, als Großmacht nur Spanien, bedurfte es schon des Westfälischen Friedenskongresses seit 1637 in Münster und Osnabrück bis 1650 in Nürnberg.

Für Russland ist Syrien das letzte Land mit Einfluss in dieser Region, dass Russland die Waffen abkauft. Das möchte auch die USA. Darüber hinaus will sie Syrien dem Einfluss von Russland und Iran entziehen und deren Gas- und Ölvorkommen kontrollieren. Die Türkei will die kurdischen Gebiete und die kurdischen Ausbildungslager kontrollieren. Israel will die Golan-Höhen behalten. Die Waabiten in Saudi-Arabien benutzen Syrien als Sprungbrett zu einem Gottesreich und Iran will einen folgsamen Bündnispartner in der Region.

2006 fand ich auf der amerikanischen Militärzeitung „Armed Forces Journal“ die Karten von der Neuaufteilung des Nahen Ostens, die sie inzwischen aber wieder vom Web genommen hat. Dazu schrieb sie, dass am Ende der Kolonialzeit die Grenzen willkürlich gezogen wurden und sie  daher neu festgelegt werden müssen. Dabei war auch die Überlegung, das kurdische Syrien der Türkei zuzuschlagen. Wahrscheinlich hat die USA das der Türkei auch versprochen. Deshalb ist Erdogan jetzt so auf Kriegskurs. US-Amerika hat das Interesse und treibt die Türkei an, nicht umgekehrt. So kann der Iran provoziert werden, auch mitzumischen und schon hat Israel seinen Freischuss auf die Atomanlagen von Busheh, Ahwas und Arak. Israel will ja schon seit Jahren angreifen.

Du meinst, dass war doch ein Angriff von Syrien und ein Verteidigungskrieg der Türkei? Nein, nein, so läuft das nie, der Angreifer hatte schon immer selber die Provokation ausgelöst, ob das beim deutsch-französischen Krieg die von Bismarck getürkte „Emser Depesche“ war, der von den Nazis vorgetäuschte, als Überfall der Polen auf denn Sender oder der Zwischenfall im Golf von Tonkin, wonach ein US-Kriegsschiff angeblich in ein Gefecht mit nordvietnamesischen Schnellbooten verwickelt wurde, den Präsident Johnson als Begründung für den Vietnam-Krieg benutzte.

Auch diesmal ist es so. Natürlich hat die syrische Armee nicht ständig bewusst die Türkei beschossen, dann hätte ja Assad zwei Fronten gegen sich. Der Beschuss kam von der „Free Syrian Army“ (PSA) 7, sie hat den Vorteil, schließlich hat sie dann 2 Fronten auf ihrer Seite und die Granate, die auf Akcakala abgeschossen wurde, war eine NATO-Granate, schreibt die Zeitung Yurt.

Dann wird endlich Amerika seinen Krieg gegen den Iran haben, aber halt, die sind im Shanghai-Bündnis, und dann müssten die Amis auch Krieg gegen China und Russland machen und das sind mehr als 2 Millionen Soldaten. Also entwickelt Amerika seine Geschosse magnetisch  abzufeuern, dann schießen sie doppelt so weit und haben doppelte Durchschlagskraft. Aber da brauchen sie noch 5 Jahre für die Entwicklung. So glaubt die USA, hätten sie eine Chance gegen die 2 Millionen Soldaten. Ja und, wenn China auch Supermörser entwickelt? Nun, dann haben wir ja die Atombombe, denken sie, die kann ja mit allen zusammen 32mal die Erde in die Luft jagen, tut ja überhaupt nicht weh, hat der Spiegel geschrieben.

Wir sehen, man kann zu dem Chaos in Syrien überhaupt nicht ernsthaft schreiben. Wenn ich dort Linker oder Arbeiter wäre, dann würde ich jetzt nach Ägypten abhauen und für die Revolution kämpfen, denn solange es Kapitalismus gibt, wird es in Syrien nur Chaotische Zustände geben, bis zur Revolution.
Sozialismus oder Barbarei.

Norbert Nelte
Internationale Sozialisten

 

Home

www.besucherzaehler-counter.de