Was trieb Stalin zu den Massenmorden?

Norbert Nelte - 21,2.1019 - Krieg

Geblieben von Stalins Massenmorden ist seitens der großen Mehrheit der Lohnabhängigen die ewige Verdammung von dem marxistischen Sozialismus. Bei der Frage nach dem Täter muss man sich immer die Frage stellen, wem nützt es? Zu wessen Vorteil war das, Cui bono?

Nun kann man gerade nicht sagen, dass es der staatskapitalistischen Bürokratie einen Vorteil gebracht hätte. Gut 10-20 Morde an den Führern der Oktoberrevolution hätte bei einer Arbeiterklasse von 2,5% gelangt, um eine Revolution für die Räterepublik in eine Diktatur der Kleinbourgeoisie umzulenken. Aber es handelt sich ja um bis zu 60 Millionen Morde, die machen überhaupt keinen Sinn für die Bürokratie, eher bringen sie noch Nachteile, dass z, B. ausgebildete Leute eher flüchten oder eben keine  marxistischen Revolutionen die Arbeiter mehr machen wollen.'

Auf alle Fälle haben die privatkapitalistischen Staaten und Superreichen davon profitiert, dass es zu ihrem System für Hunderte von Jahren keine Alternativen mehr zu ihnen gibt. Wir Lohnabhängigen sind scheinbar für immer deren Gefangene. Stecken vielleicht deren Geheimdienste zusammen mit Stalin hinter dieser Sache?

Geheimdienste

So absurd ist das gar nicht. Da haben bestimmt die US-Amerikaner schon solche dämlichen Deals vorgeschlagen. Schon Trotzki berichtet ja von dümmlichen Fragen der Amis, obwohl der Seperatsfriedensplan mit den Deutschen in allen ihrer Zeitungen stand.

„Am 18. November (1917) besuchte mich im Smolny unerwartet der General Jodsen, der Chef der amerikanischen Mission. Er schickte voraus, dass er noch keine Möglichkeit habe, im  Namen der amerikanischen Regierung zu sprechen, aber er hoffe, dass alles allright sein werde, ob die Sowjetregierung die Liquidierung des Krieges gemeinsam mit den Alliierten anstrebe? (Trotzki, Mein Leben mit  Bildern, S. 70)

1922 hatten sie dann bei Außenminister Tschitscherin ihre Wühlarbeit begonnen. Lenin schickt eine Kurznotiz an Trotzki:

»Ich habe soeben zwei Briefe von Tschitscherin [Außenminister der SU, Nachfolger Trotzkis]erhalten (vom 20. und 22. 1922). Er stellt darin die Frage, ob man nicht gegen eine anständige Kompensation kleinen Änderungen unserer Verfassung zustimmen sollte, nämlich der Vertretung der parasitären Elemente in den Sowjets, den Amerikanern zu Gefallen. Dieser Vorschlag Tschitscherins zeigt, meiner Meinung nach, dass man ihn unverzüglich in ein Sanatorium schicken sollte, jegliches Gewährenlassen,  jede Verzögerung und so  weiter  bedeutet  meiner  Meinung nach die größte Gefahr für alle Verhandlungen.« (Trotzki, Mein Leben mit  Bildern, S. 248)

Dazu muss man noch Sagen, dass Tschitscherin zwar kein Marxist war, aber ein absoluter Kriegsgegner, weshalb er treu zur Sowjetregierung stand, aber er verstand eben nicht, dass die Parasiten, die nur vom Geldzins lebten, nicht in den Arbeiterräteparlament vertreten waren und da auch  nichts zu suchen haben.

Man muss sich fragen, warum die Couponschneider in die Räte nur zum Gefallen der Amerikaner gehen sollen, warum nicht auch zum Gefallen der Deutschen, mit denen Tschetscherin ja in Rapallo die gegenseitige Anerkennung und weiteres Interesse der Zusammenarbeit ausarbeitete, oder zum Gefallen der Engländer.

So werden die Amerikaner ihre dümmlichen Fragen und Deals sicher nach 1924 bei Stalin weiter gemacht haben. Und ich weiß nicht, ob Stalin, bei solchen Fragen wie Lenin immer ein klares Nein gesagt hätte. Jedenfalls hat Stalins Diktatur alle Menschen vom Kommunismus gehörig abgeschreckt.
Aber letztlich bleiben uns da nur unbefriedigende unbewiesene Vermutungen.

Stalins Psyche

Leo Trotzki versuchte in seinem letzten Buch 1940, einer Biografie über Stalin, ein Psychogramm, eine psychologische Persönlichkeitsstudie, diese Frage zu beantworten.
Dort beschreibt er, dass Stalins Vater trank und die Mutter und ihn oft ohne Grund schlug.

Iremaschwili, ein Schulfreund schrieb „Diese unverdienten und schrecklichen Prügel machten den Jungen genauso hart und gefühllos wie seinen Vater.“ Er habe Stalin nie weinen sehen., ein anderer Freund Stalins, schrieb, dass die Prügel auch einen Hass auf Autoritäten in Stalin hervorriefen, da jeder Mensch, der mehr Macht als er selbst gehabt hätte, ihn an seinen Vater erinnert habe“ (Wikipedia)

Tdotzki schreibt weiter „Der vorzeitige Tod des Vaters verursachte ihm keinen Kummer - er fühlte sich nun freier. Iremaschwili schließt daraus, dass das Kind frühzeitig seinen verborgenen Groll und seine Rachsucht vom Vater auf alle diejenigen übertrug, die irgendwelche Macht über ihn hatten oder   haben   sollten.  ,,Von   frühester   Jugend   an   hat   er   seiner Rachsucht alle anderen Bestrebungen untergeordnet." 

„Der Verfasser dieser Zeilen, der bereits zitierte Arkomed, berichtet, dass der Gendarmerieoffizier Lawrow mit Hilfe inquisitorischer Prozeduren „Geständnisse" zu erzwingen suchte, von denen er wusste, dass sie falsch waren. Das muss Stalin tief und dauernd beeindruckt haben, dreißig Jahre später hat er Hauptmann Lawrows Methoden in bedeutend verstärktem Maße anzuwenden“

Als Stalins Frau mit 27 Jahren starb, er war 29, befiel Stalin unendlichte Trauer

Trotzki: ,,Als der kleine Trauerzug am Friedhofseingang angelangt war", erzählt Iremaschwili, ,,drückte mir Koba heftig die Hand, zeigte auf die Bahre und sagte: ,Sosso, dieses Wesen hat mein steinernes Herz weicher gemacht; sie ist tot, und mit ihr sind meine letzten warmen Gefühle gegenüber allen Menschenwesen gestorben.' Und, seine Rechte aufs Herz legend: ,Da drinnen ist es leer geworden, so unsagbar leer !'"

Aber allein mit Stalins Psyche bis 60 Millionen Morde zu erklären, ist doch weit die Psyche überschätzt. Es hat ja auch der ganze Staatsapparat da mitgemacht, da werden wohl für alle bessere Gründe vorliegen.

Gibst Du mir, geb ich Dir

Und in der Tat, liegen bessere Gründe vor. Stalin hatte ja nicht gleich 1924, nachdem Lenin starb, mit seinen Morden angefangen. 1934 wurde die Sowjetunion in den Völkerbund aufgenommen und dann, 1936, legte er erst richtig los mit den Morden. Nun wurde Stalin von allen Regierungschefs als ihresgleichen angesehen.

1939 wurde mit dem Hitler-Stalin-Pakt diese Phase kurz unterbrochen. Mit dem Angriff Hitlers auf die UdSSR ging es aber schon weiter. 1941 wurdc die Komintern als Reue sozusagen nach Ufa in Baschkirien verlegt und 1943 ganz aufgelöst.

„Es wird davon ausgegangen,“ heißt es bei Wikipedia  „dass der EKKI-Beschluss unmittelbar auf eine Entscheidung Stalins zurückgeht. Dieser erklärte in einem Interview mit der Agentur Reuters am 28. Mai 1943, dass mit der Auflösung vor aller Welt zwei Momente unterstrichen werden sollten: dass Moskau sich nicht „in das Leben anderer Staaten“ einmische und dass die kommunistischen Parteien „im Interesse ihres eigenen Volkes“ und nicht „auf Befehl von außen“ handelten.[15] Allgemein gilt die Auflösung der Komintern als ein Zugeständnis Stalins an die westlichen Alliierten, die USA und Großbritannien, auf deren Unterstützung Stalin nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion angewiesen war. Einen politischen Einfluss hatte die Organisation zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.“

Prompt wurden 1941 die „Beaverbrook-Harriman-Mission 1941“, bei der es um die Lieferung von Lastkraftwagen und Lokomotiven für über 1 Milliarde Dollar an die Sowjetunion ging und ab 1942 dann die Moskauer Konferenze

Einflusszonen in Südosteuropa hatten Stalin und Churchill bereits auf ihrer Moskauer Konferenz im Oktober 1944 in informeller Weise auf einem kleinen Zettel aufgeteilt. Churchill hatte geschrieben:

Rumänien: Sowjetunion 90 % – die anderen 10 %

Griechenland: Großbritannien 90 % – Sowjetunion 10 %

Jugoslawien: 50 % – 50 %

Ungarn: 50 % – 50 %

Bulgarien: Sowjetunion 75 % – die anderen 25 %

Stalin bestätigte laut Churchill den Vorschlag, indem er einen Haken auf das Blatt setzte.“
(Wiki)



Wir sehen, welche Vertrautheit schon unter den Machtpolitikern bestand und entsprechend lief in Moskau das Blut. Stalin äußerte an die Weltpresse schön brav, das alle es glaubten, wir sind Sozialismus, Diktatur und Blutmeere, das ist Sozialismus, und die Studenten der Welt im Chor, ja, ja, gib uns mehr Diktatur.

Anti-Hitler-Koalition

„Am 1. Oktober 1941 fand in Moskau eine gemeinsame Konferenz über die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der Sowjetunion statt, auf denen die Lieferung von Kriegsgütern nach dem Leih- und Pachtgesetz beschlossen wurde. Im Verlaufe des Krieges sollte sie gewaltige Materiallieferungen erhalten, wobei in erster Linie nicht so sehr die Waffenlieferungen, sondern die Lieferung von – für die neuzeitliche Kriegsführung unerlässlichen – Transportmitteln wie 427.284 Lastkraftwagen, 1.966 Lokomotiven und 11.000 Waggons ausschlaggebend waren. Von größter Bedeutung aber dürften die Lebensmittellieferungen gewesen sein, welche unter anderem 4,5 Mio. Tonnen Fleischkonserven umfassten.“

Nun, da fallen vielleicht zusätzliche Millionen vom CIA für die Morde nicht mehr ins Gewicht.

Die Transportmittellieferungen waren die Gründe, weshalb dann in Stalingrad im Winter 1942/43 Stalin die Wende einleiten konnte. Wie immer, am cleversten haben das die Amerikaner gemacht. Sie haben an Deutschland und der Sowjetunion ihre Lastkraftwagen verkauft. Dadurch waren se immer beim Sieger dabei.

Aber erst einmal haben sie das mit dem Wallstreet-Vertrauten, ab 1923 Nationalbankpräsident und 1933 dann Wirtschaftsminister Hitlers Hilmar Schacht eingefädelt, dass Hitler Reichskanzler wurde und den Krieg mit Russland anfing und dann zugeschaut, wie die sich beide gegenseitig umbringen und erst, als Deutschland drohte, auf Moskau loszumarschieren, dann ihre Transportmittel an die Sowjetunion schickte.

Dass diese beiden Länder gut zusammenarbeiten, davor hat die Wallstreet große Angst, denn dann wären sie selber nicht mehr die Nr. Eins. Deshalb hetzt sie die beiden immer wieder aufeinander. (vgl. Friedman im Chicago Cou cil Video)

Zwischendurch malt die USA das Schreckensbild vom russischen Bären mit den Reißzähnen, nur, um ihre Waffen verkaufen zu können. Alles nur Theaterdonner.

Beispielsweise die Berliner Blockade 1948/49 war von und für die Amerikaneri wie bestellt. Bisher waren die Deutschen nach dem Krieg gegen den Kapitalismus nach der Devise: „Nie wieder Krupp“. Hier ein längeres Zitat von mir aus der Broschüre „Nie wieder Krupp“, um die Stimmung in Deutschland nach dem Krieg zu einzufangen.

„Die Jahre nach dem Krieg erlebten in der Tat nicht nur den Wiederaufbau,   sondern   auch   Streikwellen   gegen   Hunger   und   für "Volkseigentum", die am 12. November 1948 kulminierten, als von insgesamt 11,7 Mio. Beschäftigten 9 Millionen in einen 24stündigen Streik traten - drei mal so viele Arbeiter wie in allen Streiks in den 20 darauf folgenden Jahren zusammen.

Hinter der Forderung nach Volkseigentum stand das Wissen, dass das Kapital, das kleine wie auch das große, gemeinsame Sache mit Hitler gemacht hatte, gar sein Steigbügelhalter war und daher sozialisiert werden müsse…. Ebenfalls  sprach  sich bei einer  Volksbefragung im Dezember 1946 in Hessen die Bevölkerung zu 72% für die Verstaatlichung der S

Schlüsselindustrie aus…. Die Forderung nach Sozialisierung zumindest der Großindustrie hatte einen solch breiten Konsens, dass selbst die CDU diese Forderung auf ihre Fahnen schreiben musste, um die Massen für sich gewinnen zu können… Schumacher - der spätere SPD-Vorsitzende - sprach von einem »nicht überlebensfähigen Restkapitalismus«.“

Selbst die Währungsreform 1948 änderte an der Haltung in Deutschland für die Sozialisierung nicht viel. Erst die Berliner Luftbrücke im Winter 1948 bis 1949 brachte dann eine Haltung für den Kapitalismus und für die amerikanische Armee.

Nun sind auch die ganzen Administriellen samt Minister von den Weltpolitikern wieder anerkannt und da können sie auch freien Herzens bei dem vielen Blut zwei Augen zudrücken.

Schau doch mal oben bei dem Foto von 1945, das die Außenminister Byrnes und Molotow innig eingehakt zeigt, da muss selbst Präsident Truman lachen und Stalin, na ja, leicht grinsen.

„Laut Wjatscheslaw Molotows Erinnerungen, die 1991 veröffentlicht wurden, hat Beria ihm gegenüber behauptet, er habe Stalin vergiftet.[37](Wikipedia) Wir sehen ja, wie einfach das geht, warum hat man das nicht schon früher gemacht. Damit endeten die Morde, aber was blieb, war die Diktatur.

Glücklicherweise funktioniert Marxismus nicht nur so, dass Du dem Sympathisant die Ohren vollquatschen  musst, sondern auch spontan, fast automatisch.

In dem Moment, wo ein Kapitalist pleite ist und den Betrieb dicht machen muss und es keine Aussichten auf einen anderen Arbeitsplatz mehr gibt wie 2001 in Argentinien war, dann müssen die Kollegen ihren Betrieb besetzen, wollen sie einen Arbeitsplatz behalten. Und wenn das immer mehr werden, dann wird die gewählte Koordination zuerst eine Doppelherrschaft bilden und dann die Regierung übernehmen. Das kommt dieses oder im nächstes Jahr mit dem Superash auf uns zu. Die Merkel weiß schon, warum sie den Abgang macht.

Viel Spaß im Sozialismus.


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