Die Volksmujaheddin sind Terroristen, „aber jetzt sind sie unsere Terroristen“

Norbert Nelte - 12.01.2008 - Krieg
 
So, wie in Afghanistan die Nordarmee und im  Irak die Kurden,  so  bilden  die Volksmujaheddin  (MEK, Mujaheddin-e  Khalq) die Hilfstruppen bei  dem von Bush geplanten US-Angriff auf  den Iran. Ursprünglich  sollten  die Royalisten um den Schah-Sohn Reza Pahlevi diese Rolle übernehmen, aber  von  dieser Truppe ist scheinbar nicht mehr viel übrig geblieben und die junge  Generation  hat  mit  der Monarchie auch nichts mehr zu tun, was eine Internetumfrage für einReferendum zu Tage förderte, bei dem nur 30.000 von 2 Millionen Internetnutzer im Iran zusammen kamen. (1)
 
Also wird eine Truppe vom CIA dafür ausgesucht, die auch wie alle anderen nicht viel mit
„Demokratie“ zu  tun  hat, sondern das gleiche diktatorische Regime wie der Mullah-Gottesstaat anstrebt, versetzt mit etwas Roten-Khmer-Terror.
 
Die MEK sei der geheime Bündnispartner der USA, meint Ex-CIA-Agent Ray McGovern in
einem Bericht der WDR-Sendung Monitor vom 3. Februar 2005:
 
“Warum  arbeiten  die  USA  mit  Organisationen,  wie  den  Volksmujaheddin  zusammen.  Ich
denke, weil sie vor Ort sind,  und weil sie bereit sind,  sich für uns einspannen zu lassen.
Früher galten sie für uns als Terrororganisation. Und genau das sind sie auch. Aber jetzt
sind sie unsere Terroristen und wir zögern nicht, sie dorthin zu schicken.”

 
Ex-Pentagon-Beamtin Karen Kwiatkowski erklärt, was damit gemeint ist: “Die Volksmuja-
heddin sind bereit, Dinge zu tun, für die wir uns schämen müssten, und über die wir am
liebsten schweigen. Doch genau für solche Aufgaben benutzen wir sie.”
 
Die Volsmujaheddin haben sich von der von Mossadeghs Anhängern in den 1960 Jahren ge-
gründeten so genannten „Befreiungsbewegung“ abgespalten, die ihnen zu wenig gegen den
Terror des vom CIA an die Macht geputschten Schahs unternahmen. Die Schahtruppen hatten
1963 ein Blutbad unter unbewaffneten Demonstranten mit mehreren tausenden Toten ange-
richtet.  Die  Mudjaheddin  ließen  sich  einerseits  von  den  Guerillabewegungen  in  Algerien,
Vietnam und Kuba inspirieren, bewunderten andererseits Khomeini als „nationales Symbol“.
„Der "wahre" Islam, behaupteten sie, trete für die Ausgebeuteten und Entrechteten ein, be-
fürworte eine klassenlose Gesellschaft und die Gleichberechtigung der Frau auf allen Ebe-
nen.“
(2)
 
„In den 1960er Jahren waren die MEK aktiv im Kampf gegen den Schah und töteten in dieser
Zeit auch US-Soldaten. 1979 nahmen sie an der Revolution an der Seite von Ayatollah Kho-
meini teil. In den 80ern brachen sie mit den Mullahs, gingen in den Untergrund und verübten Anschläge gegen Zivilisten. 1986 muss der MEK-Führer Massoud Rajavi sein Exil in Frank-
reich auf Druck der Regierung in Paris verlassen. Sein neuer Gastgeber: Iraks Machthaber
Saddam Hussein, Todfeind der Mullahs. Dabei zeigt sich Saddam großzügig, überlässt den
MEK-Einheiten Stützpunkte und liefert ihnen schwere Waffen. Im Mai 2003 rollen US-Panzer
beim Hauptquartier der Mudjaheddin 100 km nördlich von Bagdad vor. Es fällt kein Schuss.
Die MEK hat sich während der Operation “Enduring Freedom” für neutral erklärt und über-
gibt bereitwillig alle schweren Waffen. Die MEK ist fortan die einzige terroristische Vereini-
gung dieser Welt, mit der die US-Armee ein offizielles Waffenstillstandsabkommen ausgehan-
delt hat.
“ (3)
 
Im Irak nahm Massoud Rajavi wie ein Staatsoberhaupt Militärparaden mit Panzern und allem militärischen  Waffen  und  Soldaten  ab.  Bezahlt  wird  das  auch  mit  Drogenhandel. „Von den (MEK)-Einheiten  weiß  man,  dass  sie  im  Heroinhandel  tätig  sind.“  (4)  Die  MEK  tötete
mehr als 100 hochrangige Regierungsmitglieder der islamischen Republik Iran. Europa – besonders Deutschland - ist der größte Exporteur Irans und musste deshalb der Bitte Teherans entsprechen, die Mujaheddin auf die Terrorliste zu setzen. Daniel Pipe, Direktor des Middle East Forum und Mitglied im Project for the New American Century (PNAC-Pack) verteidigt die MEK konsequent:
 
“Seit Jahren dringt das Pentagon darauf, sie von der Terroristenliste zu streichen, sie als
Widerstandskämpfer anzuerkennen. Für die Kriegsplaner sind sie die geborenen Alliierten,
geschult in Sabotagetechnik, diszipliniert, gedrillt.“
(5)
 
Die  Volksmujaheddin  rekrutieren  sich  aus  der  Jugend  der traditionellen  religiösen  Mittelschicht,  der  nationalem Kleinbürgertum.  Ihr  Führer,  Massoud  Rajavi,  beansprucht  die lebenslange  Macht.  Er  behauptet  einfach,  dass  er  seine  Orders direkt von Allah empfange und es daher keiner weiteren Beratung und  Abstimmung  bedürfe.  So  einfach  ist  das.  Da  sind  ja  die Mullahs  noch  „demokratischer“,  die  zumindest  noch  einen ollektiven  Wächterrat  über  die  Grundverfassung  entscheiden lassen.  Natürlich  sind  die  nie  gewählt  worden,  aber  so  viel  ich mich  erinnern  kann,  wurden  die  Verfassungswächter  in Deutschland auch nie gewählt.
 
In  der  Frage  der  Demokratie  entlarvt  sich  die  Bushregierung vollends,  da  sie  jetzt  die  autoritäre  moslemische  MEK  als  Bündnispartner  ausgewählt  hat. Darum hat er sich mehr darauf konzentriert, den Mullahs vorzuwerfen, sie wollten Israel nicht anerkennen. Nun ist das auch als Lüge entlarvt worden. Da kommt er mit dem Ammenmärchen,  dass  die  Waffen,  mit  denen  die  190  Soldaten  im  Irak  getötet  wurden,  von  Teheran kommen  würden.  Die  dortige  Führung  stecke  auch  hinter  den  Anschlägen,  aber  beweisen
könne er das nicht. Die Nachrichtensprecherin der ARD konnte dem nur hinzufügen, dass ihm das kaum noch einer glaube. Nachdem Ex-Außenminister Powell erklärt hatte, dass seine Lügen  über  die  irakischen  Massenvernichtungsmittel  sein  schwärzester  Tag  in  seinem  Leben gewesen  war,  traten  die  Generäle  bei  der  Päsentation  der  angeblich  iranischen  Waffen  nur noch  anonym  auf.  Das  war  auch  gut  so,  denn  jemand  kannte  eine  Waffe  vom  bulgarischen Waffenmarkt.
 
Soll Bush doch besser gleich erzählen, dass es eigentlich nur um das billige Öl ginge, dann hätte er sicher noch mehr Gefolgsleute. Wenn er dann noch klarmachen würde, dass sich allein im November 2006 die Ankäufe von Dollar-Aktien, Noten und Obligationen von 85,3 Mrd. auf 68,4 verringert hätten (5), also in einem Monat alleine um 20% und sie dadurch bald nicht mehr die Verschuldung finanzieren können und somit entweder die Dollardruckmaschine beschleunigen müssten, was zu einer Hyperinflation des Dollars und damit zum Verlust Amerikas Weltherrschaft führen würde, oder die Weltwirtschaft mit neuen Aufträgen für die Kriegsindustrie ankurbeln könnten, das sind doch die Mächtigen des Westens für den zweiten Fall. Die Wall-Street hat er sowieso auf seiner Seite. „Mach irgend einen Krieg“ rufen die Börsengurus, „Welchen, das ist erstmal egal, Hauptsache, die Wirtschaft brummt, und wenn du dann noch dem Rivalen China die Öllieferungen abnimmst, umso besser“. Nur 40 Millionen  Lohnabhängige  und  ihre  Freunde  finden  das  nicht  mehr  so  gut  und  fangen  an,  die
Kriegsministerien abzufackeln, und es werden immer mehr Demonstranten. Aufstände in Me,xiko und Guinea und es werden immer mehr.
 
Schweißgebadet wacht Georgie junior aus seinem Albtraum auf und will noch auf den Roten
Knopf zur Weltvernichtung hämmern, aber, puh, der Knopf ist nicht mehr da. Während er
angestrengt darüber nachdenkt, ob das ein Traum oder doch Realität war, hört er draußen die
Rufe.
 
„Bush, wir wissen wer du bist,
schon dein Dad war Terrorist“
 
Ah,  jetzt  war  ihm  alles  klar,  er  war  ja  bei  seiner  letzten Freundin  Merkelnix  beim  Wildschweinessen  zu  Besuch. Nein,  er  hatte  noch  neue  Freunude  von  den  autoritären
Mujaheddin.  Zum  Schein  wurde  ein  Ersatzparlament,  der „Nationale  Widerstandsrat  Iran“  eingerichtet.  In  ihm  sind aber  nur  Vorfront-  oder  befreundete  Organisationen  des MEK vertreten. Die Präsidentin ist natürlich wie es bei einer Vetternwirtschaft  eines autoritären  Regime  üblich  ist  die Ehefrau von Massoud Rajavi, Maryam Azadanlou.
 
Die MEK und ihre politischen Freunde ist heute nach dem Irak-Krieg neben den Royalisten so ziemlich die letzte Organisation, die für den Krieg der Amerikaner sind. Die Haltung der meisten Linken und Oppositionellen zu den Mullahs ist die der „militärischen Unterstützung,
ja, politische Unterstützung, nein.“ Der Angriff wird nur den Mullahs nutzen. Teheran wird nach  diesem  Angriff  so  aussehen  wie  der  Gaza,  Kabul, Südbeirut  oder  Bagdad.  Die  MEK glauben vielleicht, dass sie nach einem Einmarsch in Teheran die Macht  übertragen kriegen.

Aber es wird anders kommen, wie sie denken, es wird dort eher wie nach Hiroshima oder wie im Film „The Day after“ aussehen und marodierende Banden beherrschen die Straßen, nicht die MEK. Das wird schlmmer wie in Bagdad, Gaza, Kabul und Somalia zusammen.
 
Im blinden Machteifer schüren die Volksmujaheddin Unruhe unter den vom Westen zu separierenden Ländern der Belutschen, Arabern und Kurden, bauen geheime Lager auf, bringen Sensoren an, die das iranische Atomprogramm überwachen, markieren Angriffsziele für die Luftwaffe. und überwachen die iranischen Truppenverschiebungen. Hier und da betreiben sie Sabotage.
 
„Experten der Kriegssimulation wie der ehemalige Luftwaffengeneral Sam Gardiner neh
men an, dass der Iran mindestens 300 militärische Ziele besitzt, die bei einem Luftschlag gleichzeitig ausgeschaltet werden müssten. Den USA ist nur ein kleiner Teil dieser Ziele bekannt. Daher  habe  man  die  geheimen  Kommandoaktionen  und  die  Beobachtung  aus  der Luft intensiviert. US-Präsident Bush habe wichtige Kongressmitglieder von diesen Aktivitäten informiert.“ (7)
 
Diese  Markierung  der  300  Ziele  sind  im  heutigen  Krieg  fast  wichtiger  als  die  offizielle
Kriegsphase mit Kriegserklärung und Besetzung. Auch vor dem Vormarsch und der Einnahme von  Bagdad innerhalb  einer  Woche wurden die irakischen Stellungen schon ein viertel Jahr bombardiert. Dieser geheime Krieg gegen den Iran hat schon längst begonnen. Deshalb sind wir Internetleser auch so sicher, dass die offizielle Kriegsphase kommt, es ist nur eine Frage der Zeit, wan nn die dreckige Arbeitsvorbereitung abgeschlossen ist.
 
Das Pentagon sucht mit unbemannten Flugzeugen nach militärischen Zielen. An der Golfküste dringen amerikanische Piloten immer wieder in den iranischen Luftraum ein, um die Abwehr zur Aktivierung des Radars und damit zur Preisgabe ihres Standortes zu verleiten. Interessant ist auch, dass in letzter Zeit vor allem die "nuclear delivery missions"(nukleare Zustellungsmissionen)  simuliert  worden  sind.  Es  wurden  schon  mehrer  Flugzeuge  mit  iranischen Militärs vom Irak aus bombardiert oder, wie es in der Teheran Protestnote heißt, „durch elekronische Störsignale“ von den USA zum Absturz gebracht worden. Schon im Februar 2005 wurde  das  Atomkraftwerk  von  Busher  mit  Raketen  angegriffen.  Weil  die  Mullahs  wissen, wenn sie dagegen laut protestieren, erwarten die Bazaaris, auf die sie sich stützen, dass sie sich wehren und das hieße eine Atombombe auf Teheran. Also berichteten sie nur, dass ein Motorblock von einem Flugzeug abgefallen sei. Gerade bei dem AKW, die Leser glauben das auch oder wollen es glauben. Deshalb erfährt die Öffentlichkeit auch nichts davon, dass der Krieg schon längst angefangen hat. Die Kriegspläne gegen Saudi-Arabien, Algerien Kasachstan und China werden schon eifrig vom PNAC-Pack beraten.
 
Wie die Aufstände in Mexiko, Bolivien und Guinea, die großen Demos in Amerika mit den
Veteranen, die wilden Streiks in England, Polen oder Rom bzw. die Generalstreiks von Frank-
reich bis Kora aber auch zeigen, schläft auch die unterdrückte Klasse nicht. Wir wollen Eure
Kriege nicht bezahlen und auch nicht als Kanonenfutter verfüttert werden.
 
Exxon, Mobil. Texaco, Shell,
nehmt Eure scheiß Kriege,
und geht zur Höll

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