Weltwirtschaft im Gleichgewicht nur noch mit der Arbeiterräte- Basisdemokratie!

Norbert Nelte - 21.02.2015 - Basisdemokratie

Dazu wird es jetzt auch fast automatisch kommen, ob wir es wollen, oder nicht.

Das wird die Belohnung für Dich sein, dass Du diesen Endzeit Kapitalismus so lange durchgehalten hast. Endlich eine wirkliche Demokratie. Es fragt sich nur, wie viele Opfer bis zum Ende des Kapitalismus noch fallen werden. Das wird davon abhängen, wie viele Menschen bei dem Trauerspiel noch mitspielen.

Das Arbeiterräteparlament garantiert schon von seiner Struktur und seiner künftigen Entwicklung her eine gleichgewichtige Weltwirtschaft. Wie wird es dazu kommen und warum gerade dies?

Der Kapitalismus ist von Anfang mit einem eingebauten Ende gestartet, nämlich mit dem tendenziellen Fall der Profirate. Nur der Mensch kostet für den Kapitalisten weniger, als er für den Kapitalisten produziert. Nicht so die Maschine. Die ist konstant oder gleichbleibend, stetig, unveränderlich.

Die Arbeit ist die einzige Quelle des Profits. Sie nimmt bei jeder Mechanisierung ab und somit nimmt auch der Profitanteil ab. Heute schon ist die Profirate in der Produktion in den alten Industrieländern weit unter den Finanzmarktzinssatz gefallen. Finanzmarktzinssatz ist das, wie viele Zinsen der Kapitalist an die Bank zahlen muss. So bleibt für ihn selber relativ immer weniger über. Deshalb generieren die großen Konzerne 90% ihrer Gewinne inzwischen aus ihren Aktienbestand. So, wie der Maschinenanteil in den Waren zunimmt, auf 100% zustrebt, so strebt der Arbeitsanteil gegen Null und so strebt die Profirate auf 0% zu.

Dies alleine langt schon, um festzustellen, dass es sich in den alten Industrieländern nicht mehr lohnt, zu produzieren und deshalb wird die Produktion wie die der Siemens-Handys immer mehr in die Billiglohnländer verlagert oder verkauft.

Jetzt kommt aber noch eine Oberschurkerei dazu hinzu. Da die Oberkapitalisten wissen, dass es mit ihnen zu Ende geht, wollen sie die kleinen Leute zum Schluss noch mal so richtig ausnehmen und haben 1982, wir erinnern uns, der Genscher Putsch, den Neoliberalismus Turbo-Motor angeworfen.

Woher weiß denn das Kapital von seinem Ende? Ich war bei Teves-Autobremsen (damals ITT) in Frankfurt Wirtschaftlichkeitsrechner im Stab und hatte daher mit den Obermanagern zu tun. Ein Manager erzählte mir, dass er in Moskau „Das Kapital“ studiert hatte und dass beispielsweise alle Siemens Top-Manager auf die „Kapital“ Schulung geschickt werden. Sie haben noch dazu, wie ich selber er auch, ein bürgerliches Ökonomie Studium. Sie kennen “Das Kapital“ also besser als die meisten revolutionären Linken, weil sie die Ökonomie von allen Seiten durchleuchtet haben.

Die ersten Experimente des Neoliberalismus wurden von den USA (ITT, CIA, Kissinger) geförderten Militärputsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Allende unter leitender Hand der bei dem Angebotstheoretiker Milton Friedman studierten Chicago-Boys angefangen und 1976 dann in Argentinien von General Jorge Rafael Videla fortgeführt.

1983 unter dem demokratischen Präsidenten Alfonsin, Menem und de la Rúa verlor das Volk bei deren Neoliberalismus erst richtig 50% ihres Lebensstandards. Für das Kapital aber war der Neoliberalismus so erfolgreich, dass Reagan und Thatcher ihn in US-Amerika und Großbritannien einsetzten. Nachdem Tony Blair und Gerhard Schröder mit ihm arbeiteten, wurde er weltweit eingeführt. Seit 2001 habe ich schon 50% meiner Rente durch 5 Nullrunden und Selbstzahlung des Krankenkassenbeitrages verloren.

Seit 1982, als das weltweite Bruttoinlandsprodukt mit 10,1 Billionen Dollar BIP und 12 Billionen Kapitalvermögen noch etwa gleich waren (1,2fache), stieg das Kapitalvermögen gewaltig an. Seit 1980 stieg es jährlich um 9,12% und ab 1995 um 7-8%. Weil in der Produktion diese Gewinne nicht mehr realisiert wurden, musstest Du als Steuerzahler über die Bankenrettungen diese Gelder aufbringen.

Es beträgt 2014 inzwischen mit 263 Billionen Dollar das 3,4fache vom Welt Bruttoinlandsprodukt.



Doch, oh Schreck oh Graus, ab 2010 stieg das Vermögen der Reichen nur noch jährlich um 5,14%. Soros und Co. leiden Kummer, keine 7 oder 8% mehr.

Aber Soros ist da schon etwas eingefallen. Er hat in Staatsanleihen der Ukraine spekuliert:

„In einem ZDF-Interview im November 2014 forderte Soros, der stark in ukrainischen Staatsanleihen investiert ist, dazu auf, den Sparkurs, den Bundeskanzlerin Angela Merkel der ganzen EU diktiere, zugunsten der Ukraine aufzugeben: "Leider scheint sie nicht zu begreifen, dass ihre Sparpolitik unangemessen ist in Kriegszeiten wie diesen.

Wer im Krieg ist, muss an erster Stelle seine Ressourcen nutzen – und wenn nötig seinen Einsatz noch erhöhen. Wollte die EU diese massive Unterstützung der Ukraine meiden, könne es übel ausgehen für sie, so Soros.“ Wikipedia Soros (Link 1)

Soros: EU soll für Krieg gegen Russland neue Schulden machen.

Oder hat er sich doch verspekuliert, wenn jetzt Europa gar keinen Krieg mehr will? Anzeichen von Panik: Hat sich Soros in der Ukraine verspekuliert? (Link 3)Staatsanleihen der Ukraine stürzen ab, Jazenjuk spricht von Staatspleite (Link 4)Die anderen Superreichen investieren ihre Billionen gleich in die amerikanische Rüstungsindustrie (Link 5) und gewinnen den  Friedensnobelpreisträger Obama für einen permanenten Krieg.

Eine sehr, sehr kranke Welt ist das, wenn die Reichen nur noch sehen, dass sie mit einem Krieg reicher werden, mit Blut von unschuldigen KindernAber deshalb macht die Mehrheit der Menschen keine Revolution, es dürfen sogar sechs oder sieben Kriege sein.Dem neoliberalen Experiment in Argentinien verdanken wir auch die ersten aufrechten Gehversuche der Arbeiterklasse. Es ist dort wie in allen Revolutionen auch zuvor. Als erster Schritt wurden immer die Betriebe besetzt, wenn das System nicht mehr funktioniert und ihr Betrieb geschlossen werden soll

In der Vergangenheit waren das aber immer nur Revolutionsversuche, weil die lokale Bourgeoisie ihre Aufgaben der wirtschaftlichen Weiterentwicklung  nicht gemacht hat. So war das in Paris 1871, Russland 1905 und 1917, Deutschland 1918, München 1919, Ungarn 1919, Italien 1919/20, Spanien 1936, Ungarn 1956, Portugal 1974 und Iran 1979 (vgl. Norbert Nelte: Geschichte und Logik der Arbeiterräte Link 6).Aber jedes mal besetzten sie die Betriebe. Marx sah in der selbständigen Organisation der Produktion durch die Arbeiter in Genossenschaften einen ersten Schritt zum Sozialismus, die Schule des Kommunismus.

Und das ist schon in Argentinien und 9 weiteren Ländern so gekommen. Das ist schon Fakt. In Argentinien mit seinen 300 größtenteils anerkannten Betrieben in Selbstverwaltung gibt es auch eine Koordination, die basisdemokratisch von allen gewählten Sprecherräten der Betriebe ohne Boss gewählt wurde (siehe Linke Zeitung: „Selbstverwaltete Betriebe“ Link 7).In Argentinien herrscht eine Inflation von 40%.

D
iese Koordination wird auch die Preise und Mieten kontrollieren müssen, und wenn es immer mehr Betriebe werden, wird die gewählte Koordination sich zum Arbeiterrat erklären und zur bürgerlichen Regierung eine Doppelherrschaft bilden. Nachdem das Land zur Räterepublik ausgerufen wurde, werden sie die ganze Regierung übernehmen, gewählt durch das Räteparlament.Fakt ist, dass es bereits die 500 besetzen Betriebe in 10 Ländern gibt und die Koordination in 3 Ländern (Argentinien, Brasilien, USA, siehe Norbert Nelte: „Kapitalismus geht, Betriebe ohne Boss kommen“.

Die Arbeiterräteländer werden sich wie 1922 die Sowjetunion zu einem Land zusammenschließen. Heute schon fordern die selbstverwalteten Betriebe einen gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Bei seiner Europareise in Griechenland bei dem selbstverwalteten Baustoffbetrieb Vio.Me hat das Mitglied vom Sprecherrat von dem selbstverwalteten Keramikbetrieb aus Argentinien Fasinpat/ex Zanon Raúl Godoy gesagt:

„Wir sagen es immer, schrieben es sogar in die Statuten unserer Keramikgewerkschaft, dass die ArbeiterInnenklasse keine Grenzen kennt. Dies jedoch am eigenen Fleisch mitzubekommen, mit ArbeiterInnen in politischer Aufruhr, ist eine enorme Erfahrung.“
(siehe auch Video:Raúl Godoy in Berlin ((Zanon: Die Fabrik ohne Chefs Link 10)

Das sind schon keine Voraussagen mehr, das sind Realitäten, hier im Internet sehen wir schon die künftige Welt. Diese Kollegen haben durch ihren Kampf ihre objektiven Interessen schon erkannt.Lenin schrieb 1917 auf der Fahrt zur Februarrevolution in den „Aprilthesen, Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution“ (Link 11):

„Aufklärung der Massen darüber, dass die Arbeiterdeputiertenräte die einzig mögliche Form der Revolutionsregierung sind… Nicht parlamentarische Republik - eine Rückkehr von den Arbeiterdeputiertenräten zu dieser wäre ein Schritt rückwärts -, sondern eine Republik von Arbeiter-​, Landarbeiter- und Bauerndeputiertenräten im ganzen Lande, von unten bis oben.“

Bei ihm schlossen sich 1922 15 Staaten zu einer Sowjetunion zusammen mit einem Lohntarif bei gleicher Arbeit. Das ist heute wieder im Anmarsch und wir stehen am Ende des Kapitalismus, nur das Zentrum wird diesmal in Südamerika liegen.

Leider gab es 1922 in Russland nur 2,5% Arbeiterklasse von der Gesamtbevölkerung wie heute in Afghanistan, weshalb Stalin leicht seine schleichende Konterrevolution durchführen konnte, 1928 die Arbeiterräte abschaffte und dann das krasse Gegenteil vom marxistischen Sozialismus durchführte, die Einmanndiktatur.

Aber heute sind wir in Europa, Amerika und Japan 85% Arbeiter und Südamerika und Asien auch schon annähernd und wir stehen am Ende des ausgereiften Kapitalismus. Wenn alle Kollegen nach einer Revolution aufgewacht sind, dann kann nicht mehr so ein einzelner Möchtegerndiktator alle Kollegen verarschen.

Das ganze Wirtschaftssystem ist nur noch gleich gewichtet möglich mit weltweit gleich entwickelten Ländern mit weltweit gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Solch ein internationales Interesse haben objektiv nur die Lohnabhängigen.Der VW-Kollege mit 20 Euro Stundenlohn hat nichts davon, wenn sein südafrikanischer Kollege nur 7 Euro verdient, nur ein Dumpingauto. Deshalb müssen alle Kollegen ihr objektives Interesse erkennen, und das haben alle Kollegen im Kampf für den Erhalt ihrer 500 Betriebe auch erkannt.

Der Lohnabhängige braucht für die Abwesenheit des Dumpings eine Welt im Gleichgewicht, der Kapitalist aber braucht für die Konkurrenzproduktion eine Welt im Ungleichgewicht.Zum Gleichgewicht ist es natürlich auch notwendig, dass nur die Kollegen auch über das Geld ihrer Wertschöpfung verfügen, nicht noch ein Boss den Mehrwert abkassiert, logisch

Und genauso logisch muss es zentral zusammengefasst sein, will man alle Länder gleichmäßig entwickeln. Möglichst viel dezentral lassen, aber zentral, wo notwendig. Aber immer von unten nach oben.

Da die Arbeiterlasse schon 85% der Bevölkerung beträgt, werden sie in einem basisdemokratisch gewählten Räteparlament auch ihre Forderungen durchsetzen können. Das Räteparlament erwächst aus der betrieblichen Situation und unter Kollegen in allen selbstverwalteten Betrieben gelten schon automatisch diese 3 Bedingungen.

1. Imperatives Mandat (An den Beschluss der Basis gebunden, kein Repräsentant)

2. Jederzeitige Abwählbarkeit.

3. Nur Facharbeiterlohn

In dem Räteparlament haben natürlich auch die Kleinbauern, die Studenten und Rentner, kleine Ladenbesitzer, Architekten, Künstler und Anwälte ihre Räte vertreten,  die Arbeiterklasse ist schon in den Industrie- und Schwellenländern so groß, dass sie dort auch ihr objektives Interesse nach einer gleich gewichteten Wirtschaft in diesem Parlament wird durchsetzen können, das garantiert schon die Parlamentsform.Vorraussetzung wird nur sein, dass sie auch wie in Argentinien ihre Betriebe zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze auch besetzen, um selber ihre objektiven Interessen auch kennen lernen.

wNun die kapitalistischen Regierungen geben sich im Moment große Mühe, dass die argentinische Situation weltweit schneller erreicht wird, als es der Fall der Profitrate alleine könnte, indem sie weltweit jährlich 12 Billionen Dollar über die „Bankenrettungen“ zu den 1% reichsten Vermögenden wuchten.Die Ungleichgewichte zerreißen momentan die Welt. Das Weltbruttoinlandsprodukt betrug 2014 77,61 Billionen Dollar, das Vermögen der Reichen 263 Billionen, 3,4mal mehr. Dies wurde mit Steuergeldern und 100 Billionen weltweiter Staatsschulden finanziert. Diese Staatsschulden wurden am Derivatenmarkt, der sich auf über 555 Dollar Billionen beläuft, als Sicherheit eingesetzt.

Die Derivatenblasen beginnen so langsam zu platzen. Wenn das alle Derivaten erfasst hat, werden wie eine Lawine alle Blasen platzen, die chinesische Immobilienblase der 80 Millionen Wohnungen mit Leerstand, alle Schuldenblasen, die CDS Blasen, die Ölderivatenblase, die amerikanische Immobilienblasen, alle Statistiklügenblasen, die Gelddruckblasen, die Bankenblasen und und und.


Es sind sich Dutzende Analysten einig in der Einschätzung, dass es 2015 zur großen Abrechnung kommen wird. Vielleicht wird ja noch die chinesische Immobilienblase der 80 Millionen Wohnungen mit Leerstand die Derivatenblase kurz vor dem Ziel einholen. Jedenfalls diese kommende Krise wird einpaar mal schlimmer sein als die 2008 Lehmann-Krise und sie wird zu einem stärkeren Schub von Betriebsbesetzungen führen, in weitaus mehr Betrieben und mehr Ländern.Ingesamt wird weltweit dieser Crash dazu führen, dass die Industrieproduktion immer mehr zurückgehen wird.

So wie die Euro-Südländer sich nach dem 2008 Crash nicht mehr erholten, so wird es jetzt allen Ländern ergehen. Das kommt, wie das Amen in der Kirche. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Gut, dass schon die 500 selbstverwalteten Betriebe in 10 Ländern bestehen, da ist der Anfang schon gelegt, um eine gleichgewichte solidarische Welt der Räterepublik zu bauen.Brecht dem Kapital die Gräten,alle Macht den Räten!

Norbert Nelte

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