Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ihre dringende Blinddarmoperation gewonnen.

Norbert Nelte - 19.06.2006 - Ausland

(Keine Satire, bitterer Ernst)

So könnte die Antwort des Bundestaates Oregon auf eine dringende Operationsantrag für eine Billiglohnarbeiterin demnächst lauten. Von 91.000 Niedrigverdienern, die sich offiziell für die Übernahme der Krankenkassenkosten beworben haben, haben 24.000 Personen durch Losentscheid die staatliche Stützung gewonnen. 67.000 gingen leer aus und müssen nun an der Blinddarmentzündung sterben.

So kann wenigstens weiter für die Waffenproduktion gezahlt werden, und unser seliger Billigjobber hat sich verdient gemacht fürs Vaterland bzw. genauer für die Exxon-Bilanz.

Die glücklichen 24.000 Gewinner dürften sich aber nicht lange freuen, denn Amerika hat jetzt endlich rausgefunden, wie es die Kreditkrise lösen könnte, aber das wird den Kommunen Geld kosten. Die Städte kaufen den Banken die leerstehenden, zwangsgeräumten Häuser ab und reißen sie auf ihre eigenen Kosten ab. (Alice im Wunderland)

Das rettet wenigstens das Überleben der Banken und mit der Wirtschaft kann es weiter gehen. Blöd nur, dass auch stinknormale Verbraucherkredite und massenhaft Heuschreckenkredite faul geworden sind, aber das lösen sie ja gerade mit dem Ausverkauf von Fort Knox.

Derweil richten die Herausgeklagten 1,2 Millionen es sich das gemütlich in ihrem Zelt in den explodieren Zeltstädten ohne Strom und Wasser ein. Zehntausende sind aber auch schon als Witschaftsflüchtlinge in Kanada gestrandet, also es gibt sogar mehrere Alternativen.

Das große Zittern macht sich an der Wall-Street breit und Kassenwart Steinbrück nutzt das ganze Zähnezusammenbeißen nichts mehr, immer mehr Abgeordnete wollen für die IKB keine Rettungsgelder mehr rausgeben, das ist eh nur ein Fass ohne Boden. Na ja, es geht schon vorbei, denken die Zeitungen:

»Die Kreditkrise an der Wall Street eskaliert viel schneller, als es selbst Experten vermutet hätten. "Keiner hat so etwas je erlebt", staunte Alan Fishman, der Chef der Hypothekengruppe Meridian Capital, in der "New York Times". "Wenn man vor zwei Wochen jemanden gefragt hätte, wie schlimm es sei, hätte er gesagt: Schlimm, aber es wird vorbeigehen. Jetzt müsste er sagen: Dies ist sehr ernst."«
Hätte er besser Linke Zeitung gelesen, denn die sagen das schon lange dass es jetzt abwärts geht, aber die „Eliten“ wissen ja alles besser.

In Ohio gibt es für 1,1 Millionen Arme Lebensmittelmarken, 10% der Bevölkerung. In Phoenix stehen 20.000 Häuser leer und vergammeln. „niemand kümmert sich mehr um die Immobilien, das Gras wächst immer höher, die Swimmingpools verwandeln sich in Ungeziefer verseuchte Tümpel, es gibt keine Steuereinnahmen und die Banken bekommen keine Zinszahlungen.“. Im Februar gab es 60% mehr Zwangsversteigerungen. Die Waffenverkäufe sind teils um das 5fache gestiegen. Die Zeit der Gesetzlosigkeit wird sich immer mehr Bahn brechen.

Aufhalten kann den Verfall nur Du und Du mit einer solidarischen, planvollen Produktion, unsere „Wirtschaftsführer“ kriegen nichts mehr gebacken, Null.

Norbert Nelte
nc-nelteno@netcologne.de
Internationale Sozialisten

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